AUTO MOTOR UND SPORT KONGRESS

Rund 400 Gäste kamen zum zehnten AUTO MOTOR UND SPORT KONGRESS zur Mobilität der Zukunft im ausverkauften Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS). Die insgesamt 18 hochkarätigen Redner sorgten mit ihren Beiträgen zu allen Aspekten der Mobilität für spannende Einblicke in die künftige Entwicklung der Mobilität. „Der Kongress ist für uns eine wichtige Veranstaltung, denn er ist ein Forum sowohl für Hersteller, Zulieferer, Wissenschaftler als auch für Vordenker der Mobilitätsbranche“, sagte Nils Oberschelp, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der MOTOR PRESSE STUTTGART.
AMS Kongress 2019 Logo

Dieses Forum liefert in jedem Jahr eine Standortbestimmung der Mobilitätsentwicklung: „Die Autoindustrie bewältigt gerade die fundamentalste Transformation seit ihrer Entstehung“, brachte es Elmar Degenhart, Chef des Zulieferers Continental auf den Punkt. Günther Schuh, Gründer und Chef des Aachener Elektroauto-Herstellers e.GO forderte: „Wir müssen vom Träumen ins Machen kommen.“ Es gebe sensationelle Vorschläge aus dem Technologiebereich. „Aber die Gefahr ist, dass alle nur spielen wollen“, so Schuh weiter. „Wir müssen mehr über die Showcars hinauskommen.“ Der Markt verlangt nach kleineren und günstigeren Elektroautos.

Doch Daimler-Chef Dieter Zetsche betonte schon zu Beginn des Kongresses im Gespräch mit den Chefredakteuren von AUTO MOTOR UND SPORT, Birgit Priemer und Ralph Alex: „Wir verlangen der Mobilität immer mehr ab: weniger Emissionen, unfallfreies Fahren. Das hat seinen Preis.“ Er unterstrich: „Die Mobilität wird teurer werden. Unsere Aufgabe ist, den Anstieg zu begrenzen.“ Sein Lösungsvorschlag: Die Autohersteller seien gefordert, noch effizienter zu werden. Während Daimler auf batterieelektrische Antriebe setzt, betont Peter Gutzmer, stellvertretender Vorsitzender und Vorstand Technologie bei Schaeffler, dass es noch bis nach 2040 Verbrennungsantriebe im Verkehr, dann aber verstärkt mit regenerativen Kraftstoffen geben werde. Der Markt brauche die Technologieoffenheit, nur auf die Batterieantriebe zu setzen, hält er nicht für zielführend. Gutzmer: „Wir sehen jetzt die Hybride, dann kommen die Batterieantriebe, nach 2030 wird es auch den Wasserstoffantrieb geben.“

Ein Kostentreiber ist das Autonome Fahren. Doch für den Chef von Aurora und Robotik-Pionier Chris Urmson führt kein Weg daran vorbei. Der US-Amerikaner war eigens für den Kongress aus den USA nach Stuttgart gereist, um den Kongressteilnehmern eindrücklich die Vorteile des Autonomen Fahrens zu erläutern. Dazu zählt eine erhöhte Sicherheit im Straßenverkehr und somit eine Reduzierung der Verkehrstoten. Auch für den ABB-Konzernchef Ulrich Spiesshofer ist Autonomes Fahren neben der Elektrifizierung der Antriebe ein wichtiger Aspekt für die Zukunft der nachhaltigen Mobilität. Doch im Mittelpunkt stehen für ihn die Geschäftsmodelle der Mobilität, die sich so grundsätzlich ändern, wie einst in der Filmindustrie: „Die Automobilindustrie und die Transportsysteme sind im Kodak-Moment.“

In der Elektromobilität sieht der Chef der ABB Group große Chancen für Wachstum. Als Erfolgsfaktoren für deren Durchbruch nannte er „vier Grundbausteine, die wir sicherstellen müssen“: Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, Einbindung ins Netz und die Nutzung von regenerativen Energien zur Stromerzeugung. „Wir wollen die Welt bewegen, ohne die Erde zu verbrauchen“, sagte er zum Abschluss seines Vortrags. Das könnte auch als Motto über dem gesamten AUTO MOTOR UND SPORT KONGRESS stehen.

Im Rahmen des Kongresses wurde die neue Partnerschaft zwischen der Marktforschung der MOTOR PRESSE STUTTGART und MHP – A Porsche Company bekanntgegeben. „Wetalkdata“ heißt das gemeinsame Projekt, in die die MOTOR PRESSE STUTTGART ihre jahrzehntelange Marktforschungserfahrung und die MHP ihre Expertise in den Bereichen Data Science und Beratung.

Quelle: Motor Presse Stuttgart

Diesen Beitrag empfehlen
Plast.tv YouTube
Plast.tv Vimeo