Forschungszentrum CERN stellt Projekt „Science Gateway“ vor

Im Rahmen seiner Mission, die Öffentlichkeit auszubilden und in die eigene Arbeit einzubinden sowie Wissen und Technologie mit der Gesellschaft zu teilen, hat die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) das Projekt „Science Gateway“ vorgestellt. Zweck der zukünftigen Einrichtung ist, ein Zentrum der wissenschaftlichen Bildung für Menschen aller Altersgruppen zu sein, vor allem aber die jüngere Generation an die Wissenschaft heranzuführen. Im „Science Gateway“ sind inspirierende Ausstellungen, Veranstaltungsräume und Laboratorien vorgesehen, in denen Schüler und Studenten selbst Experimente durchführen können. Ein großer Hörsaal ist für wissenschaftliche Vorträge geplant, die Experten und Nicht-Fachleute gleichermaßen ansprechen sollen.

Auf einer Gesamtfläche von 7.000 Quadratmetern wird das „Science Gateway“ auf vielfältige Weise die Geheimnisse der Natur darstellen, von kleinsten Elementarteilchen bis zur Struktur und Evolution des Universums. Ein Schwerpunkt der Ausstellungen soll die Tätigkeit des CERN sein, dessen Teilchenbeschleuniger und Experimente sowie Beispiele dafür, wie Wissenschaftler Computer anwenden und diese der Gesellschaft nutzen. Besucher des „Science Gateway“ können in den Labors aus erster Hand erleben, wie es ist, als Wissenschaftler zu arbeiten. Vor allem jüngeren Gästen soll kritisches Denken, evidenzbasiertes Urteilsvermögen sowie wissenschaftliche Methodik als Fähigkeiten vermittelt werden, die in allen Bereichen des Lebens wichtig sind.

„Mit dem ‚Science Gateway‘ baut das CERN seine Möglichkeiten für Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit signifikant aus. Wir werden in der Lage sein, mit jedermann – speziell der jüngeren Generation – die Faszination der Forschung zu Materie und Universum zu teilen. Wir können dann besser vermitteln, welche fortschrittlichen Technologien zum Bau unserer ambitionierten Maschinen nötig sind, welchen Einfluss sie auf die Gesellschaft haben und wie Wissenschaft unser tägliches Leben beeinflusst“, sagt CERN Generaldirektorin Fabiola Gianotti. „Ich bin den Spendern zutiefst dankbar, die mit ihrer wertvollen Unterstützung dieses wunderbare Projekt erst möglich gemacht haben.“

John Elkann, Präsident von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und der FCA Foundation, sagt: „Das neue ‚Science Gateway‘ wird etwa 300.000 Besucher pro Jahr empfangen. Darunter werden Wissenschaftler und Studenten sein, aber auch Familien mit Kindern. Das ‚Science Gateway‘ wird ihnen helfen, die Welt zu verstehen und ihr Leben zu verbessern, welchen Beruf sie auch immer anstreben. Wir bei FCA sind stolz darauf, dieses Projekt unterstützen zu können. Wir nehmen dabei nicht nur unsere soziale Verantwortung wahr, sondern ehren auch das Andenken von Sergio Marchionne. In einem offenen und stimulierenden Umfeld wird uns das ‚Science Gateway‘ lehren, wie wir gemeinsam erfolgreich arbeiten und die großen Fragen zu Gegenwart und Zukunft entdecken können, selbst wenn wir aus unterschiedlichen Kulturen stammen und unterschiedliche Perspektiven haben.“

CERN und die FCA Foundation werden in Zusammenarbeit mit der Fondazione Agnelli ein Programm für Schulen entwickeln, das Teil des wissenschaftlichen Portfolios des „Science Gateway“ sein wird. Das Ziel ist, auf unterhaltsame Weise Schüler zu animieren, Berufe in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathematik zu ergreifen. Im Zuge von praxisnahen Lehrmethoden werden die Studenten Ausbildungsmodelle und physikalische Experimente kennenlernen. Schulen werden spezielle Ausbildungspakete zur Verfügung gestellt, die alle Materialien und Anleitungen erhalten, um entsprechende Lernmodule durchzuführen. Am Ende soll es einen Wettbewerb unter den Schülern geben, dessen Gewinner für zwei oder drei Tage ans CERN und das „Science Gateway“ eingeladen werden. Ein Pilotversuch zu diesem Programm wird mit rund 550.000 Schülern in Italien gestartet, konzentriert auf die Mittelstufe der weiterführenden Schulen. Nach dieser Testphase soll das Programm auf alle Mitgliedstaaten des CERN ausgedehnt werden.

Das „Science Gateway“ wird seine Heimat in einem komplett neuen Gebäude haben, das vom renommierten Architektenbüro Renzo Piano Building Workshop (RPBW) konzipiert wird. Es wird im Schweizerischen Meyrin (Kanton Genf) in Nachbarschaft eines weiteren ikonischen Komplexes des CERN stehen, des „Globe of Science and Innovation“. Die architektonische Vision hinter dem „Science Gateway“ entspringt den bereits bestehenden Gebäuden des CERN Komplexes. Das „Science Gateway“ besteht aus mehreren Elementen, eingebettet in ein Wäldchen und verbunden durch eine Brücke über die Hauptstraße Richtung Genf. „Es ist ein Ort, an dem sich Menschen treffen werden“, sagt Renzo Piano. „Kinder, Studenten, Erwachsene, Lehrer und Wissenschaftler, einfach jeder, der sich für die Erforschung des Universums interessiert, vom unendlich Großen bis zum unendlich Kleinen. Das Gebäude ist eine Brücke, im realen wie im metaphorischen Sinne, gespeist von der Energie der Sonne, inmitten eines neu angelegten Wäldchens.“

Inspiriert auch von den einzigartigen Einrichtungen des CERN, darunter der weltweit größte Teilchenbeschleuniger LHC, feiert die Architektur des „Science Gateway“ den Erfindergeist und die Kreativität, die für die Welt der Forschung und Wissenschaft charakteristisch sind. Architektonische Elemente wie die Röhren, die frei in der Luft zu hängen scheinen, symbolisieren die futuristische Technologie des CERN, mit der mehr Wissen über die Ursprünge des Universums erzielt wird. Eine Brücke über die Straße „Route de Meyrin“ wird die neue „Esplanade de Particules“ dominieren, als Symbol für die untrennbare Verbindung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2020 geplant, 2022 soll das „Science Gateway“ fertiggestellt sein.

Architektonische Vision 

Vier Hauptelemente bestimmen die architektonische Vision hinter dem neuen „Science Gateway“.

Die Brücke: Eine Art Rückgrat, an dem entlang eine Reihe von Flächen für Ausstellungen und Ausbildung entsteht. Die Brücke überspannt in rund sechs Meter Höhe die Straße „Route de Meyrin“.

Die Photovoltaik-Anlage: Drei Photovoltaik-Paneele mit jeweils 40×40 Meter Kantenlänge überspannen drei Pavillons. Der zentrale Pavillon beherbergt Klassenzimmer. Platziert oberhalb des Empfangsbereichs, verbindet dieser Komplex die Brücke mit dem Erdboden. Der nördliche Pavillon ist als Vielzweckgebäude angelegt. Darstellbar sind beispielsweise ein Konferenzsaal mit bis zu 900 Plätzen, drei voneinander unabhängige Räume oder zwei kleinere Hallen mit einem über die volle Gebäudehöhe gehenden Saal für Wissenschaftsshows.

Die Tunnel: Zwei Röhren auf Höhe der Brücke sind so konstruiert, dass sie permanente und temporäre Ausstellungen des CERN aufnehmen können. Im Innern der Röhren bekommen die Besucher einen Eindruck davon, wie der Tunnel des Teilchenbeschleunigers 100 Meter unter der Erdoberfläche aussieht, in dem wissenschaftliche Experimente die Geheimnisse der Materie entschlüsseln.

Der Wald: Die Natur verbindet die zukünftigen mit den bestehenden Gebäuden des CERN. Das neu angelegte Wäldchen mit rund 400 Bäumen lädt nicht nur zu Spaziergängen ein. Er steht symbolisch auch dafür, dass die Natur der Ursprung aller Forschung ist, gleichgültig in welcher Größenordnung.

Über CERN

Die Europäische Organisation für Kernforschung (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire, CERN) erforscht die fundamentalen Strukturen des Universums. Am CERN stehen die weltweit größten und komplexesten wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung, um die kleinsten Teile der Materie zu studieren. Im Teilchenbeschleuniger kollidieren Atome mit Geschwindigkeiten knapp unterhalb der Lichtgeschwindigkeit. Diese Experimente geben Aufschlüsse über die Interaktion der einzelnen Bausteine von Materie und zu den Grundgesetzen der Natur.

In den am CERN verwendeten Teilchenbeschleunigern werden Elementarteilchen auf extrem hohe Geschwindigkeiten gebracht, um sie mit anderen Teilchen oder festen Hindernissen kollidieren zu lassen. Entsprechende Detektoren messen die dabei ablaufenden Prozesse und zeichnen sie auf.

Gegründet 1954 und errichtet an der Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz, hat das CERN sein Hauptquartier in Genf. Das CERN war eine der ersten multinationalen Forschungseinrichtungen, heute sind 23 Staaten daran beteiligt. Neben Deutschland sind dies Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Serbien, die Slowakei, Spanien, die Tschechische Republik sowie Ungarn. Zypern und Slowenien sind Assoziierte Mitglieder auf der Vorstufe zur Mitgliedschaft. Indien, Litauen, Pakistan, die Türkei und die Ukraine sind Assoziierte Mitglieder. Die Europäische Union, Japan, das Vereinigte Institut für Kernforschung Russland (JINR), die Russische Föderation, die UNESCO sowie die USA haben derzeit Beobachterstatus.

Über FCA Foundation

Die FCA Foundation, eine gemeinnützige Stiftung von Fiat Chrysler Automobiles (FCA), unterstützt wohltätige Organisationen und Initiativen, die Menschen und Kommunen dabei helfen, sich nachhaltig zu entwickeln und soziale Strukturen zu verbessern, speziell auf dem Gebiet der Bildung.

Quelle: FCA

 

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