Anstieg der Auftragsgrößen im 1. Quartal schafft gute Basis für weitere Entwicklung

  • Der Auftragseingang verbesserte sich in den ersten drei Monaten 2019 um 5,6 Prozent auf 210,4 Mio Euro, der Auftragsbestand stieg um 27,4 Mio Euro auf 548,9 Mio Euro
  • Der Konzern realisierte einen Umsatz von 184,0 Mio Euro (i.Vj. 189,9 Mio Euro)
  • Das EBITDA betrug erwartungsgemäß 23,8 Mio Euro nach 27,7 Mio Euro im Vorjahr
  • Jenoptik bekräftigt Jahresziele für 2019

Jenoptik verzeichnete in den ersten drei Monaten 2019 eine gute Nachfrage in den Märkten Halbleiterausrüstung und Automotive. Negativ auf das Wachstum wirkten sich allerdings die Exportrestriktionen im Verteidigungsgeschäft aus. Zudem konnten die hohen Vorjahreserlöse der Division Light & Safety aus dem Mautprojekt erwartungsgemäß nicht vollständig kompensiert werden. Demzufolge fiel der Konzernumsatz im 1. Quartal 2019 mit 184,0 Mio Euro um 3,1 Prozent niedriger aus (i.Vj. 189,9 Mio Euro). Die im Vorjahr akquirierten Unternehmen Prodomax und die OTTO-Gruppe trugen mit einem Umsatz von gut 12 Mio Euro zum aktuellen Geschäftsverlauf des Konzerns bei.

Regional betrachtet kamen die Wachstumsimpulse ausschließlich aus dem außereuropäischen Ausland. Den stärksten Zuwachs registrierte Jenoptik in Amerika. Hier stiegen die Umsätze, vor allem auch aufgrund des Beitrags von Prodomax, signifikant um 23,4 Prozent auf 47,5 Mio Euro (i.Vj. 38,5 Mio Euro).

Der Umsatzrückgang, verstärkte Investitionen in F+E sowie die im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegenen Funktionskosten führten insgesamt zu einer Verringerung des EBITDA um 14,2 Prozent auf 23,8 Mio Euro (i.Vj. 27,7 Mio Euro). Die EBITDA-Marge betrug 12,9 Prozent (i.Vj. 14,6 Prozent). Auch das EBIT lag mit 12,8 Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 20,8 Mio Euro, ein Rückgang von 38,6 Prozent. Dabei belief sich das EBIT der im Vorjahr erworbenen Unternehmen inklusive der Effekte aus der Kaufpreisallokation von minus 1,7 Mio Euro auf insgesamt 0,3 Mio Euro. Die EBIT-Marge des Konzerns fiel auf 7,0 Prozent (i.Vj. 11,0 Prozent).

„Wie erwartet weisen unsere Divisionen zu Beginn 2019 eine recht unterschiedliche Geschäftsentwicklung auf. Zum einen bremsen die Exportverbote im Verteidigungsgeschäft unser Wachstum und zum anderen konnten wir auch die hohen Umsätze mit den Mautkontrollsäulen von rund 15 Mio Euro aus dem Vorjahr in unserem Verkehrssicherheitsgeschäft erwartungsgemäß nicht vollständig ausgleichen. Wir verspüren aber eine anhaltend gute Nachfrage in den für uns wichtigen Märkten der Halbleiterausrüstung und der Automobilindustrie und sind insgesamt weiter auf Wachstumskurs, wie unsere Auftragslage zeigt“, so Stefan Traeger, Vorstandsvorsitzender der JENOPTK AG.

Auftragseingang legte erfreulich zu; Auftragsbestand markierte neuen Rekordwertwert

Beim Auftragseingang verzeichnete Jenoptik ein sehr gutes 1. Quartal. Der Konzern erhielt in den ersten drei Monaten 2019 Aufträge im Wert von 210,4 Mio Euro, ein Zuwachs von 5,6 Prozent (i.Vj. 199,2 Mio Euro). Damit lag der Auftragseingang über dem Umsatz, was einer signifikanten Verbesserung der Book-to-Bill-Rate von 1,05 im Vorjahr auf aktuell 1,14 entspricht. Der Auftragsbestand erreichte mit 548,9 Mio Euro ein neues Rekordniveau und überstieg den Wert vom Jahresende 2018 (31.12.2018: 521,5 Mio Euro) ebenfalls deutlich. Darüber hinaus bestanden zum 31. März 2019 Kontrakte in Höhe von 57,9 Mio Euro (31.12.2018: 62,5 Mio Euro).

Bedingt durch einen im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren operativen Cashflow sowie gestiegene Investitionen fiel der Free Cashflow im Berichtszeitraum auf minus 5,1 Mio Euro (i.Vj. 13,3 Mio Euro). Zudem erfolgten ursprünglich für Anfang 2019 erwartete Kundenzahlungen bereits Ende Dezember 2018. Die Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten – insbesondere infolge der Einführung des internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 – sowie ein etwas geringerer Zahlungsmittelbestand führten am Ende des Berichtszeitraums zu einer Nettoverschuldung von 39,2 Mio Euro (31.12.2018: minus 27,2 Mio Euro).

Entwicklung der Divisionen: Wachstum im Photonik-Geschäft, Exportverbote bremsen VINCORION

Der Umsatz der Division Light & Optics legte in den ersten drei Monaten 2019 um 2,6 Prozent auf 83,2 Mio Euro zu (i.Vj. 81,1 Mio Euro). Getragen wurde diese Entwicklung durch ein anhaltend gutes Geschäft mit Lösungen für die Halbleiterausrüstungsindustrie. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibung (EBITDA) reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal vorrangig aufgrund von Produktmixeffekten um 3,7 Prozent auf 16,6 Mio Euro (i.Vj. 17,3 Mio Euro). Die EBITDA-Marge lag mit 19,8 Prozent auch weiterhin auf einem sehr guten Niveau (i.Vj. 21,1 Prozent). Die Division verzeichnete im 1. Quartal Auftragseingänge in Höhe von 76,5 Mio Euro, das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 21,5 Prozent (i.Vj. 97,4 Mio Euro). Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass großvolumige Bestellungen im Bereich Halbleiterausrüstung vorgezogen und bereits 2018 ausgelöst wurden. Der Auftragsbestand lag Ende März 2019 bei 172,4 Mio Euro (31.12.2018: 180,6 Mio Euro).

Der Umsatz der Division Light & Production im 1. Quartal stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 28,9 Prozent auf 50,4 Mio Euro (i.Vj. 39,1 Mio Euro). Der Absatz mit innovativen Messsystemen für die Automobilindustrie konnte dabei erfolgreich zulegen und auch die akquirierten Unternehmen trugen mit gut 12 Mio Euro zum Umsatzwachstum bei. Aufgrund der guten Umsatzentwicklung wies die Division mit einem EBITDA von 5,6 Mio Euro im Vergleich zum Vorjahr plangemäß wieder eine deutlich verbesserte Ertragsqualität auf (i.Vj. 2,5 Mio Euro). Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 11,0 Prozent nach 6,4 Prozent im Vorjahr. Der Auftragseingang lag bei 63,1 Mio Euro (i.Vj. 44,0 Mio Euro). Insbesondere die Nachfrage nach Automationslösungen konnte dabei weiter erfreulich zulegen, wie die kürzlich kommunizierten Projekte in Nordamerika belegen. Der Auftragsbestand betrug Ende März 126,9 Mio Euro (31.12.2018: 112,5 Mio Euro).

In den ersten drei Monaten 2019 realisierte die Division Light & Safety Umsätze in Höhe von 24,5 Mio Euro (i.Vj. 33,2 Mio Euro). Im Vorjahr hatte vor allem die Auslieferung von Mautkontrollsäulen zu einem starken Wachstum im 1. Quartal beigetragen. Der Umsatzrückgang schlug sich wie erwartet auch im EBITDA nieder. Nach 5,8 Mio Euro im Vorjahresquartal betrug das EBITDA der aktuellen Berichtsperiode 3,7 Mio Euro. Die EBITDA-Marge reduzierte sich folglich auf 15,2 Prozent (i.Vj. 17,5 Prozent). Der Auftragseingang zeigte hingegen eine positive Entwicklung und stieg um 9,6 Prozent auf 27,0 Mio Euro (i.Vj. 24,6 Mio Euro). Infolge dessen erhöhte sich auch der Auftragsbestand der Division um 5,3 Prozent auf 73,2 Mio Euro (31.12.2018: 69,5 Mio Euro).

VINCORION erwirtschaftete in den ersten drei Monaten 2019 Umsätze in Höhe von 25,3 Mio Euro. Damit lagen die Erlöse 29,7 Prozent unter dem Vorjahresquartal (i.Vj. 35,9 Mio Euro). Zurückzuführen war diese Geschäftsentwicklung insbesondere auf die verlängerten Rüstungsexportbeschränkungen der deutschen Bundesregierung im Zusammenhang mit den Sanktionen u.a. gegen Saudi-Arabien. Aufgrund des rückläufigen Umsatzes und eines margenschwächeren Produktmixes lag das EBITDA im 1. Quartal bei minus 0,4 Mio Euro (i.Vj. 3,5 Mio Euro). Die EBITDA-Marge reduzierte sich von 9,7 Prozent im Vorjahresquartal auf aktuell minus 1,6 Prozent. Der Auftragseingang zeigte hingegen eine sehr positive Tendenz für den weiteren Geschäftsverlauf und legte um 32,4 Prozent auf 43,0 Mio Euro zu (i.Vj. 32,5 Mio Euro), unter anderem aufgrund neuer Projekte für den Eurofighter und die Patriot-Raketenabwehr. Infolge der gestiegenen Auftragseingänge sowie der verzögerten Umsatzrealisierung erhöhte sich auch der Auftragsbestand der Division um 17,4 Mio Euro auf 176,2 Mio Euro (31.12.2018: 158,9 Mio Euro).

Prognose für 2019 wird bestätigt

„Auf Basis der weiter anhaltenden guten Nachfrage in wichtigen Märkten, der jüngst gewonnenen Projekte und der guten Auftragseingangsentwicklung sind wir zuversichtlich, was unsere Geschäftsentwicklung insbesondere im 2. Halbjahr und das Erreichen unserer Finanzziele 2019 angeht“, so Stefan Traeger.

Der Vorstand der JENOPTIK AG geht unverändert von einer im Jahresverlauf ansteigenden Dynamik aus und bestätigt daher seine Prognose für 2019. Das Umsatzwachstum für das Gesamtjahr soll im mittleren einstelligen Prozentbereich (ohne größere Portfolioänderungen) liegen. Die EBITDA-Marge wird in einer Spanne von 15,5 bis 16,0 Prozent gesehen.

Der Zwischenbericht steht unter „Investoren/Berichte und Präsentationen“ zur Verfügung. Die „Jenoptik App“ ermöglicht die Ansicht des Zwischenberichts auf Mobilgeräten mit iOS- und Android-Betriebssystemen.

Quelle: Jenoptik
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