Deutsch-amerikanische Freundschaft

20 angehende Ingenieure der University of Wisconsin-Milwaukee (UWM) und ihr Professor besuchten am 27. Mai 2019 den Leichtbau-Standort Augsburg. Organisiert hatte den Infotag MAI Carbon, der auch international sehr aktive Spitzencluster des in Augsburg ansässigen Fachverbands Carbon Composites e.V. (CCeV). Die Studenten interessierten sich sehr für die vielfältigen Aufgaben des Leichtbau-Spitzenclusters und für die Einblicke, die die Universität Augsburg, ITA, Fraunhofer IGCV und DLR als MAI Carbon-Partner vor Ort gewährten.

„Innovation, Technologie und Cluster-Organisation waren besonders beeindruckend“ so Dr. Benjamin C. Church, Professor für Materialkunde und Ingenieurswesen an der Universität von Wisconsin-Milwaukee (UWM). Als verantwortlicher Fachbegleiter stand er an der Spitze der 20-köpfigen studentischen Delegation, die am 27. Mai 2019 den Leichtbau-Standort Augsburg besuchte. Weitere Stationen der mehrtägigen Informationsreise durch Deutschland waren Hamburg, München und Berlin, der Interessensschwerpunkt der Gruppe lag auf erneuerbaren Energien und Nachhaltigkeit. MAI Carbon hatte sich durch seine Arbeit als Spitzencluster im Leichtbau als Ansprechpartner empfohlen.

Ambitionierte Agenda

Entsprechend groß war das Interesse, als zu Beginn des Infotages Denny Schüppel und Sven Blanck Struktur und Aufgaben von MAI Carbon vorstellten. Auch Wolfgang Hehl, Geschäftsführer des Augsburger Innovationsparks, und Prof. Dr. Siegfried Horn, Lehrstuhlinhaber Experimentalphysik II an der Universität Augsburg, umrissen Gefüge und Aufgaben ihrer Institutionen.

Angewandte Wissenschaft

Den Auftakt des praktischen Besichtigungsprogramms machte die Holo-Demonstration einer digitalen Leichtbau-Produktionslandschaft. Alle Anwesenden nutzten die Gelegenheit, Roboter in der großen Halle des Technologiezentrums Augsburg (TZA) gewissermaßen digital ‚zum Leben zu erwecken‘. Möglich machten das HoloLens-Helme, die Dr. Wolfgang Biegel vom Institut für Materials Resource Management und Koordinator des Projekts Wissenstransfer Region Augsburg (WiR), mitgebracht hatte.

‚Handgreiflich‘ ging es auch zu, als anschließend Dr. Philipp Abel vom Institut für Textiltechnik Augsburg (ITA) über mögliche Nutzungen von recycelten Carbonfasern sprach. Beispielprodukte und das Live-Pressen einer Organo-Platte aus mehrheitlich Recyclat illustrierten seine Ausführungen.

MAI Carbon-Partner öffnen ihre Hallen

Nur kurz war der Spaziergang, der nach der Mittagspause vom TZA in die benachbarte Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV führte. Hier berichtete Jakob Wölling, Leiter der Abteilung Recycling, von der Arbeit seines Teams, die mehr noch als andere von fächerübergreifenden Ansätzen und Out-of-the-box-Denken profitiert.

Einen fulminanten Schlusspunkt setzte schließlich die letzte Werksbesichtigung des Tages im DLR-Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologien. Angesichts beeindruckend großer Demonstratoren wie der CFK-Druckkalotte eines Linienflugzeugs konnten sich die Besucher gut vorstellen, dass in der gewaltigen Halle auch Leichtbauteile für Raketenbooster gefertigt werden. Grundlage aber, betonte Dr. Alfons Schuster, Teamleiter Produktion & Qualitätssicherung, seien in jedem Fall solide Materialprüfungen.

Kooperation fördert Fortschritt

Etwas erschöpft, aber voll neuer Eindrücke verabschiedete sich die Gruppe aus Wisconsin schließlich am Ende eines ebenso informativen wie anregenden Tages. Prof. Church zeigte sich besonders beeindruckt von dem „offenen innovativen Forschungs- und Produktionsumfeld, das wir hier im Umkreis von MAI Carbon erleben durften“.

Sven Blanck, bei MAI Carbon verantwortlich für Internationalisierung, freut sich, „dass der Cluster MAI Carbon und seine Mitglieder ihre innovative und branchenübergreifende Zusammenarbeit so überzeugend darstellen konnten.“ Nicht zuletzt sieht Blanck durch den Besuch der US-amerikanischen Gruppe die Bemühungen von CCeV und seinem Spitzencluster MAI Carbon bestätigt, „das wissenschaftliche Netzwerk zwischen Bayern und Nordamerika auszubauen“. Konkret könnten solch gute transatlantische Beziehungen in „studentischen Austauschprogrammen, der wechselseitigen Betreuung von Abschlussarbeiten sowie in gemeinsamen F&E-Projekten mit USA und Kanada“ münden.

Quelle: MAI Carbon
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