Jenoptik mit Wachstum im 2. Quartal 2019

  • Der Konzern steigerte den Umsatz im 2. Quartal, im Halbjahr lagen die Erlöse bei insgesamt 383,1 Mio Euro (i.Vj. 384,7 Mio Euro).
  • Der Auftragseingang im 1. Halbjahr blieb mit 392,5 Mio Euro leicht unter Vorjahr (i.Vj. 397,2 Mio Euro).
  • Das EBITDA betrug 54,0 Mio Euro (i.Vj. 56,3 Mio Euro).
  • Jenoptik erwartet weiterhin Wachstum für 2019; Umsatz wird jetzt zwischen 850 und 860 Mio Euro prognostiziert.

Jenoptik realisierte in den ersten sechs Monaten 2019 einen Umsatz in Höhe von 383,1 Mio Euro. Damit lagen die Erlöse auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums (i.Vj. 384,7 Mio Euro). Die Dynamik hat erwartungsgemäß im 2. Quartal zugelegt. Im Vergleich zum Vorquartal konnten die Erlöse um 8,2 Prozent gesteigert werden. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Umsätze in den Monaten April bis Juni um 2,2 Prozent auf 199,1 Mio Euro. Wesentliche Treiber dieser Entwicklung waren ein gutes Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie sowie die Umsatzbeiträge der 2018 akquirierten Unternehmen von rund 29 Mio Euro.

„Erfreulich ist, dass wir im zweiten Quartal zulegen und somit die Umsatzlücke aus dem Vorquartal fast schließen konnten“, so Stefan Traeger, Vorstandsvorsitzender der JENOPTK AG. „Und das, obwohl zum einen die bestehenden Exportverbote im Verteidigungsgeschäft unser Wachstum bremsen und wir zum anderen die hohen Umsätze mit den Mautkontrollsäulen im 1. Halbjahr 2018 in unserem Verkehrssicherheitsgeschäft erwartungsgemäß nicht vollständig kompensieren konnten.“

Regional betrachtet kamen die Wachstumsimpulse ausschließlich aus dem außereuropäischen Ausland. Den stärksten Zuwachs registrierte Jenoptik in Amerika. Hier stiegen die Umsätze, vor allem auch aufgrund des Beitrags von Prodomax, signifikant um 27,0 Prozent auf 104,8 Mio Euro (i.Vj. 82,5 Mio Euro). Im Raum Asien/Pazifik legte der Umsatz um 10,9 Prozent auf 48,8 Mio Euro zu (i.Vj. 44,0 Mio Euro).

Das Bruttoergebnis hat sich leicht um 2,1 Prozent auf 138,1 Mio Euro verbessert, was zu einem Anstieg der Bruttomarge von 35,2 Prozent auf 36,0 Prozent führte. Durch im Vergleich zum Vorjahr verstärkte Investitionen in künftiges Wachstum stiegen die Funktionskosten und trugen zu einer leichten Abnahme des EBITDA um 4,1 Prozent auf 54,0 Mio Euro bei (i.Vj. 56,3 Mio Euro). Die EBITDA-Marge reduzierte sich leicht von 14,6 Prozent im Vorjahr auf 14,1 Prozent. Im 1. Halbjahr 2019 lag auch das EBIT mit 32,2 Mio Euro unter dem Vorjahreswert von 42,8 Mio Euro, ein deutlicher Rückgang von 24,8 Prozent, auch aufgrund der PPA-Effekte. Dabei belief sich das EBIT der 2018 erworbenen Unternehmen auf insgesamt 1,5 Mio Euro inklusive der Effekte aus der Kaufpreisallokation von minus 3,0 Mio Euro. Die EBIT-Marge des Konzerns lag bei 8,4 Prozent (i.Vj. 11,1 Prozent).

Auftragseingang nur leicht unter Vorjahr; Auftragsbestand blieb auf hohem Niveau

Der Auftragseingang fiel mit 392,5 Mio Euro leicht schwächer aus als im Vorjahr (i.Vj. 397,2 Mio Euro). Die Book-to-Bill-Rate blieb mit aktuell 1,02 nahezu stabil (i.Vj. 1,03). Der Auftragsbestand lag mit 522,5 Mio Euro auf dem Niveau zum Jahresende (31.12.2018: 521,5 Mio Euro). Von diesem Auftragsbestand sollen noch 338,0 Mio Euro im laufenden Geschäftsjahr zu Umsatz führen.

Im 1. Halbjahr 2019 wurden mehr Vorleistungen für künftige Umsätze erbracht, zudem stiegen die Vorräte und Vertragsvermögenswerte unter anderem aufgrund des Ausfuhrstopps bei VINCORION und der auf Kundenwunsch verschobenen Auslieferungen. Das erhöhte Working Capital sowie die gestiegenen Investitionen ließen den Free Cashflow im Berichtszeitraum auf minus 14,6 Mio Euro sinken (i.Vj. 28,8 Mio Euro). Die Erhöhung der Finanzverbindlichkeiten um 56,6 Mio Euro infolge der Einführung des internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 sowie ein geringerer Zahlungsmittelbestand führten am Ende des Berichtszeitraums zu einer Nettoverschuldung von 79,0 Mio Euro (31.12.2018: minus 27,2 Mio Euro).

Entwicklung der Divisionen: Wachstum im Kerngeschäft, Exportverbote bremsen VINCORION

Der Umsatz der Division Light & Optics im 1. Halbjahr 2019 lag mit 162,7 Mio Euro auf Vorjahresniveau (i.Vj. 163,3 Mio Euro). Das gute Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie hielt im 2. Quartal an. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibung (EBITDA) reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr vor allem aufgrund des umsatzbedingten Margenrückgangs in den Bereichen Biophotonics und Industrial Solutions um 9,4 Prozent auf 32,0 Mio Euro (i.Vj. 35,4 Mio Euro). Die EBITDA-Marge lag mit 19,5 Prozent auch weiterhin auf einem sehr guten Niveau (i.Vj. 21,5 Prozent). Bis zum 30. Juni 2019 verzeichnete die Division Auftragseingänge in Höhe von 153,0 Mio Euro, dies entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 14,7 Prozent (i.Vj. 179,3 Mio Euro). Ursache dafür war unter anderem, dass eine großvolumige Bestellung im Bereich Halbleiterausrüstung vorgezogen und bereits Ende 2018 ausgelöst wurde. Der Auftragsbestand lag Ende Juni 2019 bei 162,6 Mio Euro (31.12.2018: 180,6 Mio Euro).

Der Umsatz der Division Light & Production stieg im 1. Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 45,3 Prozent auf 111,3 Mio Euro (i.Vj. 76,6 Mio Euro). Der Bereich Automatisierung trug maßgeblich zum Wachstum bei. Aufgrund der guten Umsatzentwicklung wies Light & Production mit einem EBITDA von 11,9 Mio Euro planmäßig wieder eine deutlich verbesserte Ertragsqualität auf (i.Vj. 6,7 Mio Euro). Die EBITDA-Marge erhöhte sich auf 10,7 Prozent nach 8,8 Prozent im Vorjahr. Der Auftragseingang von Light & Production stieg auf 113,0 Mio Euro (i.Vj. 92,0 Mio Euro). Insbesondere die Nachfrage nach Automationslösungen konnte dabei weiter erfreulich zulegen. Der Auftragsbestand der Division betrug Ende Juni 114,8 Mio Euro (31.12.2018: 112,5 Mio Euro).

In den ersten sechs Monaten 2019 realisierte die Division Light & Safety Umsätze in Höhe von 48,4 Mio Euro (i.Vj. 61,8 Mio Euro). Im Vorjahr hatte die Auslieferung von Mautkontrollsäulen mit rund 25 Mio Euro zu einem starken Wachstum beigetragen. Der Umsatzrückgang schlug sich wie erwartet auch im EBITDA nieder. Nach 9,4 Mio Euro im Vorjahr betrug das EBITDA im Berichtszeitraum 6,6 Mio Euro. Die EBITDA-Marge reduzierte sich folglich auf 13,5 Prozent (i.Vj. 15,2 Prozent). Der Auftragseingang in den ersten sechs Monaten 2019 zeigte hingegen eine positive Entwicklung und stieg um 5,1 Prozent auf 50,6 Mio Euro (i.Vj. 48,1 Mio Euro). Infolge dessen erhöhte sich auch der Auftragsbestand der Division auf 71,6 Mio Euro (31.12.2018: 69,5 Mio Euro).

Im 1. Halbjahr 2019 erwirtschaftete VINCORION Umsätze in Höhe von 59,1 Mio Euro. Damit lagen die Erlöse 27,6 Prozent unter dem Vorjahr (i.Vj. 81,6 Mio Euro). Zurückzuführen war dieser Geschäftsverlauf insbesondere auf die verlängerten Rüstungsexportbeschränkungen der deutschen Bundesregierung unter anderem infolge der Sanktionen gegen einige arabische Staaten. Aufgrund des rückläufigen Umsatzes lag das EBITDA bei 4,5 Mio Euro (i.Vj. 8,7 Mio Euro). Die EBITDA-Marge reduzierte sich von 10,6 Prozent im Vorjahr auf aktuell 7,6 Prozent. Der Auftragseingang in der Berichtsperiode fiel mit 73,8 Mio Euro um 3,4 Prozent niedriger aus als im Vorjahr (i.Vj. 76,4 Mio Euro). Zurückzuführen war diese Entwicklung unter anderem auf die wachsenden Unsicherheiten hinsichtlich deutscher Beteiligungen an internationalen Verteidigungsprojekten. Infolge der verzögerten Umsatzrealisierung wuchs der Auftragsbestand der Division um 14,1 Mio Euro auf 173,0 Mio Euro (31.12.2018: 158,9 Mio Euro).

Jenoptik erwartet weiterhin Wachstum für 2019; Umsatz wird jetzt zwischen 850 und 860 Mio Euro prognostiziert

Aufgrund der anhaltenden Investitionszurückhaltung insbesondere in der Automobilindustrie erwartet der Vorstand der JENOPTIK AG jetzt einen Umsatz ohne größere Portfolioänderungen zwischen 850 Mio Euro und 860 Mio Euro (bisher: Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich). Die EBITDA-Marge wird bei rund 15,5 Prozent (bisher: 15,5 bis 16,0 Prozent) gesehen.

Der Zwischenbericht steht unter „Investoren/Berichte und Präsentationen“ zur Verfügung. Die „Jenoptik App“ ermöglicht die Ansicht des Zwischenberichts auf Mobilgeräten mit iOS- und Android-Betriebssystemen.

Quelle: Jenoptik

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