Herausforderndes Marktumfeld belastet das operative Ergebnis

Leoni erzielt wichtige Fortschritte bei der Umsetzung von VALUE 21

– Schwächeres Marktumfeld belastet Umsatz- und Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal
– Produktionssituation in Merida stabilisiert; Belastungen für Projekthochlauf weitgehend abgeschlossen
– Schnelle Umsetzung von VALUE 21 führt zu ersten Kosten im zweiten Quartal; rund 20 Prozent der Maßnahmen bereits erfolgreich implementiert
– Free Cashflow wie angekündigt unterjährig deutlich verbessert
– Strategische Weiterentwicklung wird durch Carve-out Prozess der WCS vorangetrieben
– Ausblick für das Geschäftsjahr 2019

Nürnberg – Leoni hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2019 einen Umsatz von 1,25 Mrd. Euro (Q2/2018: 1,33 Mrd. Euro) erzielt. Dabei führte die schwächere Nachfrage zu einem organischen Rückgang des Konzernumsatzes von 5,6 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2018. Die Umsätze beider Divisionen mit der Automobilindustrie nahmen spürbar ab. Auch das Geschäft mit Spezialkabeln und Kabelsystemen für die Industrie ging leicht zurück.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich im zweiten Quartal vor VALUE 21 Kosten (in Höhe von 17 Mio. Euro) auf -14 Mio. Euro (Q2/2018: 62 Mio. Euro). Der deutliche Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal ist unter anderem auf die schwächere operative Entwicklung der Bordnetzsparte und rund 22 Mio. Euro an erwarteten Belastungen aus dem Projektanlauf in Merida zurückzuführen. Das EBIT wurde im Jahresvergleich auch durch die fehlenden Deckungsbeiträge aufgrund des geringeren Umsatzes beeinträchtigt. Das berichtete Konzern-EBIT beträgt im zweiten Quartal -30 Mio. Euro. Der Mittelabfluss konnte gegenüber dem Vorquartal deutlich gesenkt werden. Das Unternehmen wies zum 30. Juni 2019 eine verfügbare Liquidität von 649 Mio. Euro aus.

Leoni setzt VALUE 21 schnell um

„Wir machen bei VALUE 21 wichtige Fortschritte und haben im zweiten Quartal bereits rund 20 Prozent der Initiativen umgesetzt. Wir erwarten, dass die bis Ende Juni implementierten Maßnahmen in den kommenden Jahren zu nachhaltigen Bruttokosteneinsparungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich führen werden“, sagt Aldo Kamper, der Vorstandsvorsitzende der Leoni AG. „Die weiterhin erfolgreiche und planmäßige Fortführung von VALUE 21 wird in einem volatilen Marktumfeld umso wichtiger, um unser Geschäft nachhaltig zu stabilisieren und unsere Ziele zu erreichen.“

Leoni hat einen klaren Fahrplan, der jetzt mit bottom-up geplanten Maßnahmen detailliert hinterlegt ist, um vor gegenläufigen Effekten nachhaltige Kosteneinsparungen von brutto 500 Mio. Euro jährlich ab 2022 zu erreichen. Leoni ist auf einem sehr guten Weg, dieses Ziel wie geplant zu erreichen. Das Unternehmen beabsichtigt, bis Ende des Jahres 2019 mehr als die Hälfte der Initiativen umzusetzen. Damit wird die Basis für die Realisierung eines großen Teils des Bruttokosteneinsparungspotenzials in den Folgejahren geschaffen.

Durch die schnelle Umsetzung von ersten VALUE 21 Initiativen wurden im zweiten Quartal 2019 bereits Kosten in Höhe von insgesamt 17 Mio. Euro wirksam.

WSD: Herausforderungen in der Bordnetzsparte belasten Konzern-EBIT

Der Umsatz der Bordnetzsparte (WSD) betrug im zweiten Quartal 778 Mio. Euro (Q2/2018: 829 Mio. Euro). Das Segment-EBIT der Bordnetzsparte lag vor VALUE 21 Kosten mit -30 Mio. Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 45 Mio. Euro. Der deutliche Rückgang ist unter anderem auf die schwache operative Geschäftsentwicklung zurückzuführen. Neben deutlich gestiegenen Lohnkosten, vor allem in Osteuropa, wirkten sich unter anderem Volumenrückgänge einzelner Projekte, die Schwäche des chinesischen Marktes und planmäßige Hochlaufkosten für neue Projekte negativ aus.

Erwartungsgemäß ergaben sich in der Bordnetzsparte Ergebnisbelastungen zur Sicherstellung des Projekthochlaufs am Produktionsstandort Merida in Höhe von 22 Mio. Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 konnten diese Belastungen deutlich reduziert werden und sind mit Ablauf des zweiten Quartals größtenteils abgeschlossen. Die Produktionssituation am Standort in Merida hat sich inzwischen stabilisiert und alle Kundenaufträge werden plangerecht bedient. Zum Ende des zweiten Quartals 2019 konnte der Einsatz der Taskforce vor Ort abgeschlossen werden. Die Frachtkosten liegen mittlerweile auf einem normalen Niveau.

Aufgrund des Fortschritts bei der Umsetzung von VALUE 21 fielen für die Bordnetzsparte im zweiten Quartal 2019 bereits Kosten in Höhe von 11 Mio. Euro an. Das berichtete Segment-EBIT beläuft sich im zweiten Quartal 2019 auf -41 Mio. Euro (Q2/2018: 45 Mio. Euro).

WCS: Ergebnis der Kabelsparte liegt auf Vorjahresniveau

Der Umsatz der Kabelsparte (WCS) betrug im zweiten Quartal 469 Mio. Euro (Q2/2018: 498 Mio. Euro). Das EBIT belief sich auf 16 Mio. Euro vor VALUE 21 Kosten (Q2/2018: 17 Mio. Euro). Das WCS-EBIT wurde gegenüber dem Vorjahr maßgeblich durch Bestandsbewertungseffekte aus dem niedrigeren Kupferpreis sowie dem Umsatzrückgang und Währungsschwankungen belastet. Positiv wirkten sich der Produktmix und einige Einmaleffekte aus, unter anderem durch einen Gebäudeverkauf in China.

Im zweiten Quartal wurden in der Kabelsparte bereits 6 Mio. Euro an Kosten für die Umsetzung von Initiativen in Zusammenhang mit VALUE 21 wirksam. Das berichtete Segment-EBIT der WCS betrug 10 Mio. Euro.

Free Cashflow und Bilanzpositionen

Der Free Cashflow konnte gegenüber Q1/2019 deutlich verbessert werden und liegt im zweiten Quartal mit -72 Mio. Euro (Q2/2018: -29 Mio. Euro) im Rahmen der Erwartungen des verstärkten Cash-Fokus. Neben Investitionen für anstehende Kundenprojekte wurde der Free Cashflow in der Berichtsperiode maßgeblich vom negativen Ergebnis beeinflusst. Unter anderem führte ein aktives Forderungsmanagement zu einer Verbesserung des Net Working Capital (NWC) im zweiten Quartal.

Da der Mittelabfluss im zweiten Quartal bereits deutlich reduziert werden konnte, wies das Unternehmen zum 30. Juni 2019 eine verfügbare Liquidität von 649 Mio. Euro aus. Circa 539 Mio. Euro entfielen auf freie Kreditlinien, davon rund dreiviertel fest zugesagt und 110 Mio. Euro auf Barmittel.

Strategische Weiterentwicklung wird durch Carve-out Prozess der Kabelsparte vorangetrieben

Leoni treibt den Carve-Out Prozess der Kabelsparte mit der gebotenen Sorgfalt voran und hat noch keine Entscheidung zwischen Börsengang, Anteilsverkauf oder Verkauf getroffen. Das Unternehmen rechnet damit, die Umsetzung einer der Optionen im Geschäftsjahr 2020 zu vollziehen. Hiermit soll es der WCS-Division ermöglicht werden, unter einer anderen Eigentümerstruktur ihr volles Potenzial schneller zu realisieren.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2019

Das Unternehmen erwartet, dass entsprechend der Marktentwicklung der Umsatz für das Geschäftsjahr 2019 moderat unter Vorjahr liegen wird. Mit einer erwarteten besseren EBIT-Entwicklung im zweiten Halbjahr wird sich das Konzern EBIT 2019 vor Sondereffekten sowie vor VALUE 21 Kosten auf einen bis zu mittleren zweistelligen negativen Mio. Euro Betrag belaufen. Durch eine weitgehend ausgeglichene Entwicklung des Free Cashflow im zweiten Halbjahr wird der Free Cashflow 2019 für den Konzern innerhalb einer Bandbreite um das Niveau des ersten Halbjahres plus / minus eines niedrigen zweistelligen Mio. Euro Betrags liegen.

Leoni-Konzernzahlen im Überblick

Q2/2019 Q2/2018 Verän­derung H1/2019 H1/2018 Veränderung
Umsatzerlöse [in Mio. €] 1.247 1.326 -6,0% 2.509 2.654 -5,5%
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) [in Mio. €] 20 100 -80,0% -56 201 -> 100%
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) [in Mio. €] -30 62 -> 100% -155 125 -> 100%
Bereinigtes EBIT1 [in Mio. €]  -26 64 -> 100%  -150 128 -> 100%
Konzernfehlbetrag / Überschuss [Mio. €] -44 41 -> 100% -176 84 -> 100%
Ergebnis je Aktie [in €] -1,35 1,29 -> 100% -5,38 2,63 -> 100%
Free Cashflow [in Mio. €] -72 -29 -> 100% -385 -140 -> 100%
Investitionen [in Mio. €] 102 70 45,7% 180 127 41,7%
Eigenkapitalquote [in %] 24 32 24 32
Mitarbeiter per 30.6. [Anzahl] 94.863 87.666 8,2 % 94.863 87.666 8,2%

(1) Ergebnis bereinigt um die Effekte aus der Neubewertung im Rahmen der Kaufpreisverteilung der wesentlichen Akquisitionen, Restrukturierungen, Gewinne aus Unternehmensverkäufen, Ergebnisse aus Unternehmenszusammenschlüssen inklusive zugehöriger Derivate

Quelle: Leoni

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