Evonik bekräftigt Jahresziele trotz Abkühlung der Konjunktur

  • Ausblick für 2019 bestätigt: Umsatz und bereinigtes EBITDA mindestens auf Vorjahresniveau
  • Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal unter Vorjahreswerten
  • Im Vergleich zum ersten Quartal steigern alle drei Chemie-Segmente ihren Gewinn
Essen. Evonik bestätigt trotz des sich weiter eintrübenden wirtschaftlichen Umfelds seine Jahresprognose. Der Konzern erwartet Umsatz und bereinigtes EBITDA aus den fortgeführten Aktivitäten mindestens auf der Höhe des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2018 hatte Evonik – ohne das mittlerweile verkaufte Methacrylat-Geschäft – einen Umsatz von 13,3 Milliarden Euro und ein bereinigtes EBITDA von 2,15 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Im zweiten Quartal dieses Jahres fielen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal um drei Prozent auf 3,31 Milliarden Euro. Infolge des wirtschaftlich schwachen Umfelds gingen die Verkaufsmengen zurück, die Absatzpreise konnte Evonik aber weitgehend stabil halten. Das bereinigte EBITDA sank um acht Prozent auf 566 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal 2019 haben alle drei Chemie-Segmente des Konzerns ihre Ergebnisse allerdings verbessert. Auch für das zweite Halbjahr erwartet Evonik eine weiterhin solide Entwicklung.

„Wir bleiben auf Kurs und bestätigen unseren Ausblick“, sagt Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik. „Die Abkühlung im Welthandel und die zunehmende Schwäche in wichtigen Industrien machen es uns nicht leichter. Dennoch bleiben wir auf Jahressicht zuversichtlich.“

Im ersten Halbjahr wurde ein Free Cashflow von 95 Millionen Euro erreicht, das ist mehr als doppelt so viel wie in der ersten Jahreshälfte 2018 (46 Millionen Euro). Evonik ist damit auf einem guten Weg, seinen Free Cashflow auch im Gesamtjahr deutlich zu steigern.

„Auch strategisch sind wir bei der Ausrichtung unseres Portfolios auf die Spezialchemie ein gutes Stück voran gekommen“, sagt Kullmann. „Wir investieren in Bereiche mit stabilen und attraktiven Wachstumsperspektiven und trennen uns von zyklischen Geschäften, wenn die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Damit wird Evonik weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen.“

Neben dem Verkauf des Methacrylat-Geschäfts an Advent International erreichte der Konzern im Juli einen weiteren Meilenstein auf diesem Weg: Am 10. Juli startete Veramaris, ein Joint Venture von Evonik und dem niederländischen Unternehmen DSM, in den USA offiziell seine Produktion von Omega-3-Fettsäuren, die für eine gesunde Lachszucht benötigt werden. Ein spürbarer Ergebnisbeitrag aus diesem Projekt, das zu einer dauerhaft nachhaltigen Tierernährung und dem Schutz der Artenvielfalt in den Weltmeeren beiträgt, wird ab dem kommenden Jahr erwartet.

Entwicklungen in den Segmenten

Resource Efficiency: Aufgrund eines schwächeren Marktumfelds im Automobil- und Coatings-Bereich sank der Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Die Absatzmengen bei Silica, Öladditiven und Coatings wurden durch die wirtschaftliche Abschwächung beeinträchtigt. Die Nachfrage nach Hochleistungs-Polymeren entwickelte sich dagegen weiterhin sehr erfreulich. Auch der Bereich Crosslinkers legte zu, auch wegen der hohen Nachfrage nach Composites-Anwendungen aus der Windenergiebranche. Das bereinigte EBITDA ging um 9 Prozent auf 325 Millionen Euro zurück.

Nutrition & Care: Die Erlöse verringerten sich im zweiten Quartal um 5 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro. Die Nachfrage nach essentiellen Aminosäuren zur Tierernährung blieb hoch, die Verkaufspreise lagen jedoch unter denen des Vorjahresquartals. Das bereinigte EBITDA des Segments fiel um 14 Prozent auf 190 Millionen Euro. Dazu trugen niedrigere Preise genauso bei wie Anlaufkosten für die neue Methioninanlage in Singapur. Konsumnahe Bereiche wie Care Solutions oder Health Care bewiesen dagegen ihre Stabilität auch in einem zyklisch schwächeren Umfeld.

Performance Materials: Der Umsatz ging im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf594 Millionen Euro zurück. Die Entwicklung bei den Performance Intermediates war durch ein niedriges Ölpreisniveau sowie die leicht nachgebenden Verkaufspreise beeinträchtigt. Bei den Functional Solutions verzeichneten die Alkoholate eine gute Entwicklung. Das bereinigte EBITDA des Segments sank um 4 Prozent auf 76 Millionen Euro.

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