Grammer behauptet sich im schwierigen Marktumfeld

  • Anstieg des Konzernumsatzes in den ersten neun Monaten um 14 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro
  • Operatives EBIT mit 59,2 Millionen Euro leicht über Vorjahr
  • Allgemeine Marktentwicklung und operative Sonderthemen im dritten Quartal belasten die Profitabilität
  • Initiierung eines Effizienzsicherungsprogramms zur Optimierung der operativen Prozesse und Kostenstrukturen

Die großen Herausforderungen der Automobilbranche haben das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres der Grammer AG geprägt. Im Vordergrund standen dabei die rückläufigen Absatzzahlen im Automobilbereich aber auch die schwächelnde Weltkonjunktur insgesamt. Hinzu kamen die grundsätzlich auftretenden dämpfenden Faktoren des dritten Quartals wie Sommerferien und Werkspausen vieler Kunden. Dennoch hat der Konzernumsatz im Jahresvergleich weiter zugelegt, was vornehmlich auf die erstmalige Konsolidierung des im Vorjahr übernommenen amerikanischen Automobilzulieferers TMD zurückzuführen ist. Zwischen Januar und September des laufenden Geschäftsjahres steigerte der Grammer Konzern seinen Umsatz um 14 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro (Vj. 1,4 Milliarden Euro).

Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im Berichtszeitraum mit 61,9 Millionen Euro trotz des schwachen dritten Quartals um 34,0 Millionen über dem Wert des Vorjahres von 27,9 Millionen Euro. Dabei wirkt sich jedoch aus, dass das Vorjahr mit hohen Einmaleffekten aus Sonderkosten belastet war. Die EBIT-Rendite selbst verdoppelte sich auf 4,0 Prozent (Vj. 2,1 Prozent). Damit beläuft sich das Ergebnis nach Steuern auf 28,4 Millionen Euro gegenüber 14,9 Millionen Euro im Vergleichszeitraum 2018.

Das um Währungs- und Einmaleffekte bereinigte operative EBIT lag in den ersten neun Monaten mit 59,2 Millionen Euro nur leicht über dem Vorjahreswert von 56,6 Millionen Euro. Die operative EBIT-Rendite sank infolge des schwierigen Marktumfelds und diverser operativer Einmaleffekte von 4,2 Prozent auf 3,8 Prozent.

„Das Branchenumfeld im Automobil- und Nutzfahrzeugbereich hat sich weltweit deutlich eingetrübt. Diese steigenden Herausforderungen spürt auch der Grammer Konzern, jedoch können wir uns bislang relativ gut behaupten“, kommentiert Thorsten Seehars, CEO der Grammer AG, die aktuelle Entwicklung. „Trotzdem müssen wir jetzt unsere Hausaufgaben machen, um uns für eine möglicherweise andauernde Schwächephase vorzubereiten. Entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Prozesse und unserer strategischen Aufstellung werden wir im Führungsteam bewerten und weiter implementieren.“

Wachstum in Amerika und Asien, Umsatzrückgang in Europa
Regional betrachtet entwickelte sich das Geschäft von Grammer sehr unterschiedlich. Dem Umsatzrückgang von -5,9 Prozent auf 863,8 Millionen Euro (Vj. 918,2 Millionen Euro) in der Region EMEA stand weiteres Wachstum in den Regionen Americas und APAC gegenüber. Infolge der Akquisition von TMD und weiterem organischen Wachstum verdoppelte sich der Umsatz in der Region Americas auf 457,4 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Vj. 215,0 Millionen Euro). In der Region APAC erzielte Grammer trotz des Absatzrückgangs in der chinesischen Automobilindustrie einen leichten Umsatzanstieg auf 228,4 Millionen Euro (Vj. 226,0 Millionen Euro) und konnte somit Marktanteile hinzugewinnen.

Beide Segmente tragen zum Umsatzwachstum bei
Die Umsatzerlöse des Segments Commercial Vehicles erhöhten sich im Berichtszeitraum um 4,1 Prozent oder 18,6 Millionen Euro auf 474,6 Millionen Euro. Der Anstieg im Berichtszeitraum fiel aufgrund eines umsatzschwächeren dritten Quartals etwas geringer aus. Diese Reduktion sowie operative Sondereffekte im Rahmen von Verlagerungen und Produktneuanläufen führten zu einem im Vergleich zum Vorjahr geringeren operativen EBIT von 38,9 Millionen Euro (Vj. 43,5 Millionen Euro).

Im Automotive Segment erhöhten sich die Umsatzerlöse um 18,0 Prozent beziehungsweise 169,6 Millionen Euro auf 1.112,3 Millionen Euro. Der Anstieg resultierte insbesondere aus der Akquisition der ab Oktober 2018 erstmalig einbezogenen TMD Gruppe. Das operative EBIT erhöhte sich in der Folge auf 31,7 Millionen Euro (Vj. 24,6 Millionen Euro).

Globales Effizienzsicherungsprogramm initiiert
Angesichts des schwachen Branchenumfeldes und der zurückhaltenden Ausblicke führender Automobil- und Nutzfahrzeughersteller für die kommenden Jahre muss sich der Grammer Konzern auf eine möglicherweise länger anhaltende schwächere Nachfrage einstellen. Der Vorstand hat daher beschlossen, ein umfassendes Programm zur Optimierung der operativen Prozesse und Kostenstrukturen in allen Bereichen aufzusetzen. Darüber hinaus werden aktuell die Prioritäten zur Fortschreibung der Unternehmensstrategie neu gewichtet, um den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens in seinen unterschiedlichen Absatzmärkten zu sichern.

Gesamtjahresprognose
Für die verbleibenden Monate im Jahr 2019 geht der Grammer Vorstand weiterhin von einem herausfordernden konjunkturellen Umfeld aus, welches sich in den für Grammer relevanten Märkten uneinheitlich entwickeln wird. Angesichts der eingetrübten Marktbedingungen, der volatilen Entwicklung der Weltmärkte und der komplexen politischen Situation wird die voraussichtliche Entwicklung des Grammer Konzerns im Geschäftsjahr 2019 als durchwachsen, insgesamt dennoch verhalten positiv, eingeschätzt. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wird deshalb nur geringfügig angepasst. Für das Geschäftsjahr 2019 wird ein Konzernumsatz von rund 2,0 Milliarden Euro (vorher rund 2,1 Milliarden Euro) bei einem gleichbleibenden Währungsumfeld prognostiziert.

Unter der Voraussetzung, dass im Geschäftsjahr 2019 keine weiteren signifikanten Sonderbelastungen wie im Vorjahr entstehen, erwartet der Vorstand ein EBIT, welches absolut gesehen deutlich über dem EBIT des Geschäftsjahres 2018 von 48,7 Millionen Euro liegen wird. Das EBIT zum 30. September 2019 lag bei 61,9 Millionen Euro. Die operative EBIT-Rendite (bereinigt um einmalige Sonderbelastungen und Währungseffekte) wird sich für das Gesamtjahr 2019 auf dem aktuellen Niveau von 3,8 Prozent bewegen (vorher größer 4,1 Prozent).

Die vollständige Quartalsmitteilung des Grammer Konzerns zu den ersten neun Monaten steht auf der Unternehmenswebseite unter folgendem Link zur Verfügung:
https://www.grammer.com/investor-relations/publikationen/finanzberichte.html


Unternehmensprofil

Die Grammer AG mit Sitz in Amberg ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung von Komponenten und Systemen für die Pkw-Innenausstattung sowie von gefederten Fahrer- und Passagiersitzen für On- und Offroad-Fahrzeuge.
Im Segment Automotive liefern wir Kopfstützen, Armlehnen, Mittelkonsolen, hochwertige Interieur-Komponenten und Bediensysteme sowie innovative thermoplastische Lösungen für die Automobil-Industrie an namhafte Pkw-Hersteller im Premiumbereich und an Systemlieferanten der Fahrzeugindustrie. Das Segment Commercial Vehicles umfasst die Geschäftsfelder Lkw- und Offroad-Sitze (Traktoren, Baumaschinen, Stapler) sowie Bahn- und Bussitze.
Mit rund 15.000 Mitarbeitern ist Grammer in 20 Ländern weltweit tätig. Die Grammer Aktie ist im Prime Standard notiert und wird an den Börsen München und Frankfurt sowie über das elektronische Handelssystem Xetra gehandelt.

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