Boysen Gruppe stoppt Produktion

 

Altensteig. Die auf Abgastechnik spezialisierte Boysen Gruppe schließt wegen der Ausbreitung des Coronavirus ihre Produktionsstandorte in Deutschland, Frankreich und Südafrika für drei Wochen. Dies teilte Geschäftsführer Rolf Geisel am Unternehmensstammsitz in Altensteig (Baden-Württemberg) mit: „Die Produktionsunterbrechung wird
analog zu unseren Kunden in der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie voraussichtlich bis zum 19. April andauern. Dadurch muss gezwungenermaßen auch an unseren Entwicklungs- und Verwaltungsstandorten ein Arbeitsstopp bis einschließlich 3. April greifen – mit anschließender 50-Prozent-Besetzung für weitere zwei Wochen.“

Geisel befürwortet die Entscheidung der Hauptkunden Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche: „Unsere erste Verpflichtung angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus ist die Gesundheit unserer Mitarbeiter sowie die Absicherung ihrer Einkommen, die auch bei Kurzarbeit gewährleistet ist. Zudem nutzen wir alle weiteren  Möglichkeiten, die sich unter anderem mit flexiblen Arbeitszeitkonten und Homeoffice bieten. Entsprechende Lösungen mussten wir innerhalb von 48 Stunden suchen und umsetzen.“

Zur weiteren Entwicklung in der Automobilindustrie sagt Geisel: „Dass die Nachfrage nach Automobilen in allen wesentlichen Märkten massiv zurückgeht, zeigt sich in China, wo der Absatz im dortigen Corona-Hochmonat Februar im Vergleich zum Vorjahr um 82 Prozent eingebrochen ist. Das volle Ausmaß ist noch lange nicht absehbar. Klar ist nur: Wir alle müssen einen Beitrag leisten, damit unser Gesundheitssystem nicht ins Straucheln gerät. Aus Unternehmenssicht besteht unsere Hauptaufgabe in 2020 darin, diese Krise so zu meistern, dass unsere Leute gesund und ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben. Es zeigt sich aber schon nach 24 Stunden, dass die von der Politik zugesagten schnellen Hilfen für die Unternehmen nur Schall und Rauch sind. Die Vorgaben zum Erhalt solcher Hilfen sind teils völlig unrealistisch und stellen für viele eine unüberwindbare Barriere dar.“