Jahresabschluss: SEAT vermeldet Rekordergebnis für 2019

  • Zweistelliger Verkaufszuwachs wirkt sich positiv auf wichtige Finanzkennzahlen aus
  • Betriebsgewinn nach Steuern steigt um 17,5 Prozent auf 346 Millionen Euro an 
  • SEAT zahlt seinen Mitarbeitern Erfolgsbeteiligung von 1.550 Euro
  • Investitionssumme mit 1,259 Milliarden Euro so hoch wie nie zuvor

Im Jahr 2019 hat SEAT die positive Entwicklung der vergangenen vier Jahre fortsetzen können und das beste Finanzergebnis seiner Firmengeschichte erzielt. Damit ist der spanische Automobilhersteller optimal für die Herausforderungen des Jahres 2020 gerüstet. Die SEAT S.A. verbuchte einen Gewinn von 346 Millionen Euro nach Steuern, das entspricht einem Plus von 17,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018 (294 Millionen Euro). Der operative Gewinn stieg um 57,5 Prozent auf 352 Millionen Euro (2018: 223 Millionen Euro), der Umsatz stieg dank höherer Verkaufszahlen um 11,7 Prozent auf 11,157 Milliarden Euro (2018: 9,991 Milliarden Euro).

Carsten Isensee, Vorstandsvorsitzender der SEAT S.A. und Vorstand für Finanzen und IT, betonte: „2019 war ein positives Jahr für SEAT. Das Ergebnis, das wir dank des Teamworks der gesamten Organisation erzielt haben, bringt uns in eine ideale Ausgangssituation für kommende Herausforderungen. Das Ergebnis aus dem Jahr 2019 bildet ein stabiles Fundament für die langfristige Zukunft unseres Unternehmens.“

Jahresabschluss: SEAT vermeldet Rekordergebnis für 2019

Der operative Cashflow stieg um 56,2 Prozent auf jetzt 1,092 Milliarden Euro

2019 hat SEAT insgesamt 1,259 Milliarden Euro in sein Investitionsprogramm gesteckt, die bislang höchste Investitionssumme der Firmengeschichte. Vor allem die Entwicklung neuer Modelle und elektrifizierter Antriebe wurde vorangetrieben. Im Vergleich zum Vorjahr steigerte SEAT damit die Investitionen um drei Prozent (2018: 1,223 Milliarden Euro). 705 Millionen Euro, also 6,4 Prozent des Gesamtumsatzes, wurden in die Forschung und Entwicklung investiert, was einer Steigerung um 7,5 Prozent gegenüber 2018 (656 Millionen Euro) entspricht. Mehr als fünf Prozent der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung in ganz Spanien entfielen damit allein auf die SEAT S.A., was das Unternehmen zum führenden Geldgeber in der spanischen Industrie innerhalb dieser Bereiche macht.

Überdies nahm der operative Cashflow um 56,2 Prozent auf jetzt 1,092 Milliarden Euro (2018: 699 Millionen) zu, was 9,8 Prozent des Umsatzes entspricht. Die SEAT S.A. gehört damit in Spanien zu den zehn Unternehmen mit dem höchsten operativen Cashflow. Dieser Indikator unterstreicht die finanzielle Zukunftsfähigkeit und die Investitionskraft von SEAT.

Carsten Isensee machte deutlich: „Diese Zahlen belegen die Finanzkraft von SEAT. Im gesamten Unternehmen wurden Ausgaben optimiert, was es uns ermöglicht, unsere Produkte kosteneffizienter herzustellen. Positive Effekte auf die Innovationskraft unserer Zulieferer und gesunkene Gemeinkosten verzeichnen wir ebenso. Unsere Hauptziele sind eine höhere Profitabilität der Modellreihen, mehr Effizienz und eine wachsende operative Marge.”

Verkaufszahlen: ein Eckpfeiler des Wachstums

Zum zweiten Mal infolge konnte SEAT sein Rekordergebnis aus dem Vorjahr übertreffen. 574.078 Fahrzeuge wurden 2019 ausgeliefert und damit 10,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die positive Ergebnisentwicklung ist auf die Vermarktung von Fahrzeugen mit höheren Bruttogewinnen zurückzuführen. 2019 erhöhte sich der durchschnittliche Ertrag um 4,2 Prozent auf 15.050 Euro pro Fahrzeug (2018: 14.450 Euro pro Fahrzeug). Ein wichtiger Treiber sind dabei SUVs (44 Prozent der verkauften SEAT Fahrzeuge entfielen auf Modelle der Baureihen Arona, Ateca oder Tarraco) sowie CUPRA. Die neue Marke leistete einen erheblichen Beitrag zu den Umsatzzahlen: 24.662 Einheiten entfielen auf die Performance-Marke, 71,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

2019 machten Fahrzeug- und Komponentenexporte 81 Prozent (9,014 Milliarden Euro) des Umsatzes aus. Damit ist SEAT Spaniens führender industrieller Exporteur und für rund drei Prozent der gesamten Ausfuhr des Landes verantwortlich.

SEAT wächst auch jenseits des Atlantiks deutlich

Als Teil seiner globalen Wachstumsstrategie blickt SEAT in Richtung Südamerika, mit dem Ziel, langfristig in der Region zu wachsen. Mexiko ist aktuell der führende Absatzmarkt in Lateinamerika. 2019 verkaufte SEAT dort 24.314 Fahrzeuge, 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr. SEAT hat zudem im vergangenen Jahr mit dem Verkauf von Fahrzeugen in Chile begonnen und einen Expansionsplan für Kolumbien vorgelegt. Im Februar 2020 hat die Marke weiterhin einen Wachstumsplan für den peruanischen Markt gestartet.

Erneuter Rekord in Deutschland, Marktführerschaft in Spanien

In Deutschland hat der Autohersteller einen Rekord von 132.537 verkauften Fahrzeugen verbucht, 16,1 Prozent mehr als im Vorjahr. In Spanien ist SEAT erneut Marktführer, 107.954 Fahrzeuge wurden hier ausgeliefert (plus 0,2 Prozent). Auf dem drittgrößten Markt, dem Vereinigten Königreich (Großbritannien und Nordirland), wuchsen die Verkaufszahlen des Unternehmens ebenfalls und erreichten einen Rekordwert von 68.822 verkauften Einheiten (plus 9,5 Prozent). Auch in anderen bedeutenden Märkten wie Österreich, der Schweiz, Polen, Israel, Schweden und Dänemark verbuchte SEAT das bislang höchste Absatzvolumen.

„CUPRA hat strategische Priorität bei SEAT“

Wayne Griffiths, SEAT Vorstand für Vertrieb und Marketing und CEO der Performance-Marke CUPRA, sagte: „Bei unseren Auslieferungen verzeichneten wir trotz einer Konjunkturschwäche im dritten Jahr infolge zweistellige Zuwächse. Unsere Hauptziele in diesem Jahr sind die Erhöhung der Profitabilität unserer Verkäufe und die Stärkung des Marktanteils.“ Griffiths fügte hinzu: „CUPRA hat strategische Priorität bei SEAT. Mit einem größeren Angebot an emotionalen Modellen und einem höheren Bruttogewinn möchte CUPRA langfristig einen Umsatz von einer Milliarde Euro erzielen. Die Performance-Marke soll eine Schlüsselrolle bei der Erhöhung der operativen Marge im Unternehmen spielen.”

Wayne Griffiths: „CUPRA hat strategische Priorität bei SEAT“

Martorell, die führende Fahrzeugfabrik Spaniens

Die Fahrzeugproduktion bei SEAT wuchs 2019 um 12,1 Prozent auf 592.019 Autos (2018: 528.293 Fahrzeuge). 2019 hat SEAT Fahrzeuge in Martorell (Spanien), Kvasiny und Mladá Boleslav (Tschechische Republik), Wolfsburg und Zwickau (Deutschland), Palmela (Portugal) sowie in Bratislava (Slowakei) gefertigt.

Das SEAT Werk in Martorell fertigte 2019 so viele Fahrzeuge, wie seit dem Jahr 2000 nicht. Insgesamt 500.005 Fahrzeuge verließen das Werk trotz eines Produktionsstopps, ausgelöst durch ein Feuer bei einem Zulieferer. Damit übertraf das SEAT Werk in Martorell das Ergebnis aus dem Jahr 2018 (474.300 Fahrzeuge) um 5,4 Prozent und untermauerte so seine führende Position in Spanien, dem Land mit der zweitgrößten Autoindustrie Europas.

In Martorell wurden 2019 knapp 2.300 Fahrzeugen pro Tag produziert

Das Werk in Martorell beschloss das Jahr mit einer Kapazitätsauslastung von mehr als 90 Prozent und damit knapp 2.300 produzierten Fahrzeugen pro Tag. 2020 wird das Werk die Produktion des SEAT Leon, des CUPRA Leon sowie des CUPRA Formentor aufnehmen. Erstmals werden zudem Fahrzeuge mit elektrifiziertem Antrieb der SEAT Leon Reihe gefertigt.

Umweltstrategie namens „Move to Zero”

Als Teil seines Engagements, den Klimawandel zu bekämpfen und den CO2-Ausstoß zu senken, hat SEAT 27 Millionen Euro in nachhaltige Initiativen am Standort Martorell investiert. SEAT arbeitet an einer ambitionierten Umweltstrategie namens „Move to Zero”, die neben weiteren Maßnahmen den Ausstoß von CO2 über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg senken soll. Als wesentliches Ziel gilt dabei das Erreichen einer klimaneutralen CO2-Bilanz bis zum Jahr 2030.

Fast 15.000 Angestellte – 98 Prozent davon mit unbefristetem Vertrag

Am 31. Dezember 2019 betrug die Stammbelegschaft von SEAT 14.663 Mitarbeiter. Damit ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber in Spanien. 98 Prozent der Arbeitnehmer haben eine unbefristete Anstellung. Dank eines außergewöhnlichen Jahresabschlusses wird SEAT eine Erfolgsbeteiligung von 1.550 Euro auszahlen, 250 Euro mehr als im Tarifvertrag vereinbart. Diese Erfolgsbeteiligung ist die höchste, die SEAT jemals ausgezahlt hat und würdigt den maßgebenden Beitrag der Belegschaft am Jahresergebnis.

2020 wird ein Jahr voller Herausforderungen

Die Automobilindustrie befindet sich am Höhepunkt des größten Wandels ihrer Geschichte. Die nächsten Jahre werden entscheidend sein und bedeutende Veränderungen mit sich bringen, welche die gesamte Industrie erfassen werden. Zu den bevorstehenden Herausforderungen zählen die Entwicklung von Elektrofahrzeugen, die Reduktion von Emissionen, der Mobilitätswandel, der Kampf gegen den Klimawandel sowie eine ungünstige gesamtwirtschaftliche Situation, die durch die ernstzunehmenden Auswirkungen des Coronavirus ausgelöst wurde. Das Virus zwang auch SEAT dazu, einen Teil seiner Belegschaft in Kurzarbeit zu schicken.

Carsten Isensee sagte dazu: „2020 werden wir sehr hart arbeiten und uns unterschiedlich gearteten Herausforderungen stellen, mit denen sich unser Unternehmen konfrontiert sieht. Äußere Einflüsse wie die Konjunkturschwäche und die Effekte der Coronakrise verhindern zum jetzigen Zeitpunkt einen verlässlichen Ausblick auf die Weltwirtschaft und die Entwicklung von SEAT im Jahr 2020. Vor diesem Hintergrund ist die Implementierung von Maßnahmen zur Sicherung der Liquidität von SEAT von höchster Bedeutung, solange diese Krise anhält. Sobald sie vorbei ist, liegt unser Fokus auf der zeitnahen Wiederaufnahme unserer normalen Produktions- und Verkaufsabläufe.”

Strategische Entscheidungen zu bedeutenden Projekten

Um für die Herausforderungen gewappnet zu sein, hat SEAT im Jahr 2019 strategische Entscheidungen zu bedeutenden Projekten gefällt. Vor dem genannten Hintergrund und aufgrund der überarbeiteten Marken-, Verkaufs- und Produktionsstrategie des Volkswagen Konzerns hat SEAT seinen Markteintritt in China verschoben. SEAT wird zudem kein Mitglied der Beteiligungsstruktur von JAC Volkswagen. Weiterhin kooperieren wird SEAT jedoch in den Bereichen Design sowie Forschung und Entwicklung. Volkswagen übernimmt die Führung bei der Entwicklung des Modularen E-Baukastens (MEB) für Fahrzeuge mit rund vier Metern Gesamtlänge. SEAT wird sich, gemeinsam mit anderen Konzernmarken, aktiv an dessen Entwicklung beteiligen.

Unklare Situationen in Märkten wie dem Vereinigten Königreich oder Algerien erschweren die Tätigkeit in diesen Ländern. Beispielsweise mussten SEAT und andere Fahrzeugbauer nach behördlichen Entscheidungen Mitte 2019 die Produktion in Algerien einstellen. SEAT und der Volkswagen Konzern sind Algerien und der gesamten Region weiter verbunden und untersuchen momentan mögliche Ansätze, um den dortigen Betrieb im Einklang mit den behördlichen Vorgaben wieder aufzunehmen.

Elektrifizierung und urbane Mobilität

SEAT und CUPRA werden in diesem und dem kommenden Jahr fünf Modelle mit Elektro- und Plug-in-Hybridantrieb auf den Markt bringen und damit das Angebot an elektrisch angetriebenen Fahrzeugen über den bereits verfügbaren SEAT Mii electric hinaus erweitern. Im Jahr 2020 wird das Unternehmen zudem sein Engagement rund um urbane Mobilität vorantreiben und zum ersten Mal in der 70-jährigen Unternehmensgeschichte einen Elektroroller sowie einen e-Kickscooter anbieten. 2019 konnte SEAT bereits 11.000 Einheiten des SEAT eXS KickScooter absetzen. Mit diesen Fahrzeugen und der angekündigten Produktoffensive sieht sich SEAT für die Herausforderungen rund um den Wandel in der Autoindustrie gewappnet.