Dividende von 3,40 Euro beschlossen

  • Vorstand und Aufsichtsrat entlastet
  • Aufsichtsrat: Dr. Sven Schneider folgt auf Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher
  • Dr. Markus Steilemann: Ohne Covestro gibt es keine Nachhaltigkeit“

Auf der Hauptversammlung der Covestro AG am 21. April 2022 stimmten die Aktionärinnen und Aktionäre allen von Aufsichtsrat und Vorstand vorgelegten Beschlussvorlagen mit der dafür erforderlichen Mehrheit zu. Vorstand und Aufsichtsrat von Covestro wurden entlastet. Wie in den letzten beiden Jahren fand die Hauptversammlung virtuell statt und wurde live im Internet übertragen. Anteilseigner bzw. Bevollmächtigte konnten ihre Fragen zur Tagesordnung vorab online einreichen und in diesem Jahr erstmalig während der Veranstaltung schriftliche Nachfragen stellen. Zudem bestand die Möglichkeit, Stellungnahmen in Schrift- oder Videoform einzubringen. Insgesamt wurden vorab 124 Fragen eingereicht, während der Veranstaltung wurde eine Nachfrage gestellt.

In seiner Rede erläuterte Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro, zu Beginn der Veranstaltung die wichtigen Weichenstellungen des vergangenen Geschäftsjahres. „Mit der Umsetzung unserer neuen Konzernstrategie „Sustainable Future“ haben wir uns optimal positioniert. Covestro wird effizienter, agiler und flexibler“, sagte Steilemann.

Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität im Fokus

Der Konzern hatte im vergangenen Jahr seine neue Strategie „Sustainable Future“ vorgestellt und seine Organisationsstruktur neu aufgestellt: Die bisherigen drei Geschäftsbereiche wurden in die zwei Segmente Performance Materials und Solutions & Specialties überführt. „Das starke Geschäftsjahr 2021 hat eindrucksvoll bestätigt, dass unsere Strategie greift und wir mit der vollständigen Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft auf dem richtigen Weg sind“, so Steilemann.

Im März 2022 hat Covestro zudem verkündet, klimaneutral zu werden und bis zum Jahr 2035 Netto-Null-Emissionen* zu erreichen. Hierfür geht der Konzern von Investitionen zwischen 250 Mio. und 600 Mio. Euro aus. „Wir übernehmen Verantwortung und möchten unserer Vorreiterrolle gerecht werden“, erklärte Dr. Markus Steilemann. „Das heißt für uns, dass wir in nicht einmal 13 Jahren klimaneutral sein werden.“ Ein erster großer Meilenstein soll bereits 2030 erfolgen. Der Konzern will seine Treibhausgasemissionen aus eigener Produktionstätigkeit (Scope 1) sowie externen Energiequellen (Scope 2) um 60 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020 reduzieren. Auf dem Weg zur Klimaneutralität nimmt Covestro drei Handlungsfelder in den Fokus: nachhaltigere Produktionsprozesse, grünen Strom sowie grünen Dampf. Insbesondere auch vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Situation ist ein langfristiger Umstieg auf erneuerbare Quellen für Energie und Rohstoffe wichtig, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit auch Gasimporten zu verringern.

Langfristig strebt Covestro an, die Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Daher wird Covestro in einem nächsten Schritt im kommenden Jahr ein Reduktionsziel der Scope-3-Emissionen veröffentlichen. „Für uns ist Klimaneutralität eng mit der vollständigen Ausrichtung auf die Kreislaufwirtschaft verzahnt. Denn klimaneutralen, zirkulären Produkten gehört die Zukunft“, so Steilemann. „Ohne Covestro gibt es keine Nachhaltigkeit.“ Langfristig will der Konzern sämtliche Produkte in einer klimaneutralen Version anbieten.

Dividende auf Rekordniveau: Höchste Ausschüttung der Konzernhistorie

Dr. Thomas Toepfer, Finanzvorstand und Arbeitsdirektor von Covestro, ordnete den Aktionärinnen und Aktionären in seinem Redebeitrag die starken Gesamtjahresergebnisse des Geschäftsjahres 2021 ein. „Wir waren aufgrund der hohen Nachfrage nach unseren Produkten über weite Strecken des Jahres schlicht komplett ausverkauft“, erläuterte Toepfer.

Die Hauptversammlung hat der vorgeschlagenen Dividende in Höhe von 3,40 Euro je Stückaktie zugestimmt. Vor Ankündigung des Aktienrückkaufprogramms von Covestro entsprach dies rund 657 Mio. Euro, seit Beginn des Programms hat sich der Wert auf rund 651 Mio. Euro verringert. Die Ausschüttungsquote liegt bei 40 Prozent des Konzernergebnisses. „Das ist die höchste Dividende in der Geschichte unseres Unternehmens“, so Toepfer. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Covestro seine Dividendenpolitik neu gestaltet und sieht seither eine Ausschüttungsquote zwischen 35 und 55 Prozent des Konzernergebnisses vor.

Der Konzern hatte am 28. Februar 2022 angekündigt, über einen Zeitraum von zwei Jahren eigene Aktien mit einem Gesamtvolumen von ca. 500 Mio. Euro zurückkaufen zu wollen. „Mit diesem Programm unterstreichen wir unseren klaren Fokus auf die Wertschaffung für unsere Aktionärinnen und Aktionäre und unser Bekenntnis zu einer attraktiven Dividende“, sagte Toepfer.

Neues Aufsichtsratsmitglied: Dr. Sven Schneider bestätigt

Als weiterer Tagesordnungspunkt der diesjährigen Hauptversammlung wurde Dr. Sven Schneider, seit 2019 Finanzvorstand der Infineon Technologies AG, der Hauptversammlung als neues Mitglied im Aufsichtsrat zur Wahl vorgeschlagen. Er folgt damit auf Herrn Prof. Dr. Rolf Nonnenmacher, der sein Mandat und damit auch den Vorsitz des Prüfungsausschusses mit Ablauf der Hauptversammlung niedergelegt hatte.

Der Aufsichtsrat dankte Prof. Dr. Nonnenmacher für sein langjähriges Engagement im Aufsichtsratsgremium der Covestro AG, dem er bereits seit Unternehmensgründung im Jahr 2015 angehörte. „Im Namen des Aufsichtsrats möchte ich mich herzlich bei Herrn Prof. Nonnenmacher für seine langjährige, hervorragende Arbeit bedanken, für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die zahlreichen wertvollen Diskussionen und für sein Engagement für unser Unternehmen“, sagte Dr. Richard Pott, Aufsichtsratsvorsitzender von Covestro. Gleichzeitig hieß der Aufsichtsrat Dr. Sven Schneider im Gremium willkommen: „Wir sind davon überzeugt, dass Herr Dr. Schneider eine ausgezeichnete Wahl für unseren Aufsichtsrat ist und freuen uns, dass Herr Schneider beabsichtigt, für den Vorsitz unseres Prüfungsausschusses zu kandidieren“, so Pott. „Er bringt weitreichende fachliche Wissensschwerpunkte und Erfahrungen aus dem CFO-Bereich mit und ergänzt in optimaler Weise das Kompetenzprofil unseres Aufsichtsrats.“

Vor seinem Eintritt in den Vorstand der Infineon Technologies AG war Dr. Sven Schneider in mehreren Positionen bei der Linde AG tätig, zuletzt als Mitglied des Vorstands für den Bereich Finanzen sowie als Sprecher des Vorstands und Arbeitsdirektor.