MAN eMobility Center: Erfolgreiches erstes Jahr im Anlauf zum Großserien-Elektro-Lkw

Die Vorbereitung der Großserienproduktion von Elektro-Lkw aus München ist im Plan: In den ersten 12 Monaten seit Bestehen des innovativen eMobility Centers in seinem Hauptwerk hat MAN Truck & Bus 20 Prototypen des kommenden schweren eTrucks aufgelegt und dabei die künftige Misch-Serienfertigung mit konventionellen Trucks unter realen Bedingungen erprobt. Erstmals drehte der neue eTruck seine Runden Ende Mai in Berlin. In München wurden bislang 1700 Mitarbeiter für die CO2-freie Zukunftstechnologie geschult.

  • MAN eMobility Center bewährt sich bei Entwicklung und Erprobung der auftragsflexiblen Mischproduktion des künftigen eTrucks mit konventionellen Lkw im Werk München
  • Ende 2022 werden 2000 Mitarbeiter am Standort in rund 10.000 Trainingsstunden für den Umgang mit den neuen    Hochvolttechnologien geschult sein
  • Fertigung erster Vorläufer-Kleinserie des MAN eTrucks auf dem Serienband ab Ende 2023 geplant

Schon bei der Eröffnung des MAN eMobility Center Mitte Juni 2021 war klar, dass hier Zukunft entsteht: es war ein deutliches Startsignal für die Modernisierung des Standortes im Rahmen der Transformation und auch für die kommende Serienproduktion von Elektro-Trucks im Hauptwerk München. „MAN bereitet sich auf die Zukunft der Elektromobilität vor und treibt seine Transformation zum Anbieter nachhaltiger Transportlösungen für den klimafreundlichen Straßengüterverkehr voran. Anfang 2024 soll unser schwerer eTruck vom Band in München laufen. Dazu schulen wir jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hochvolttechnologie und flexibilisieren unsere Produktion in unserem Hauptwerk in München“, so Alexander Vlaskamp, CEO von MAN Truck & Bus, zum einjährigen Bestehen des eMobility Centers in München.

E-Lkw bringen neue Anforderungen an Prozesse und Know-how

Die Fertigung von Elektro-Lkw in großen industriellen Stückzahlen erfordert neue Produktionsprozesse. Im Vergleich zum herkömmlich angetriebenen Truck unterscheidet sich der E-Lkw durch neue Komponenten wie Elektrobatterie und -motor sowie Hochvoltkomponenten und -kabel. Hinzu kommt, dass für die bestmöglich auslastungsflexible Nutzung der Produktionsanlagen in München künftig konventionell und batterieelektrisch angetriebene Trucks in einem gemeinsamen Serienband produziert werden. Eine große Herausforderung mit Blick auf Maschinen und Technik aber auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weiß Thorsten Campehl, Werkleiter München: „Wir müssen die Menschen für den Wandel gewinnen und sie im Prozess dieser fundamentalen Veränderungen begleiten. Ein klares Zielbild für das Werk sowie die Aus- und Weiterbildung der Menschen sind der Schlüssel dazu“. So haben bisher schon über 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Training Hochvoltsensibilisierung absolviert, Ende des Jahres werden es bereits 2000 sein. Bis Ende 2023 sollen alle relevanten Fachkräfte der Lkw-Produktion in München für die Serienproduktion von Elektro-Lkw qualifiziert werden. „Gerade die intensive Verbindung von Theorie und Praxis macht das Konzept des eMobility Centers wirklich einzigartig“, so Campehl weiter.

Erprobung und Entwicklung für die Mischproduktion

Für die komplexe Mischproduktion gilt es von Anfang an, modulare Komponenten insbesondere bei Chassis und Verkabelung zu entwickeln, die von beiden Antriebskonzepte genutzt werden können, um entweder den Verbau von konventionellem Verbrennungs-Motor und Getriebe oder die Montage von Batteriemodulen und Elektromotor andererseits auf einem Band zu ermöglichen. Das innovative Konzept des MAN eMobilty Center zielt darauf, die notwendigen Abläufe der künftigen Serien-Produktion direkt bei der Fertigung der ersten Prototypenfahrzeuge mit zu entwickeln sowie parallel dazu bereits die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Umgang mit den neuen Technologien zu schulen und zu qualifizieren. Zugleich können außerdem Anforderungen der späteren Serienproduktion von Beginn an in die Fahrzeugentwicklung einfließen. Spezialisten aus dem eMobility Center, der Serienmontage und der MAN Akademie sowie Anlaufexperten, Konstrukteure und Prozessplaner arbeiten dabei crossfunktional zusammen, um die neuen Trucks mit bewährtem Know-how und innovativen Konzepten schnellstmöglich zur Serienreife zu führen und in höchster Qualität und Mehrwert für den Nutzer auf die Straße zu bringen. Dafür werden die einzelnen Abläufe und Prozessschritte punktgenau abgebildet und gegebenenfalls notwendige Anpassungen von den Fahrzeugentwicklern unmittelbar aufgegriffen und umgesetzt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: schon jetzt zeigt sich deutlich mehr Effizienz bei der Vorserien-Planung und –Erprobung. Bereits Ende 2023 soll die erste Vorläufer-Kleinserie des Elektro -Lkw auf dem normalen Serienband produziert werden, um ab 2024 bei ausgewählten Pilotkunden in den Praxiseinsatz zu gehen.

Großserien Elektro-Lkw für den Fernverkehr

Einen Ausblick auf den neuen Serien-E-Lkw, der 2024 offizielles Marktdebüt feiert, hat MAN bereits im Mai in Berlin gegeben. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof ließ MAN im Beisein von Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing einen der ersten bereits im eMobility Center gefertigten seriennahen Prototypen erstmals öffentlich fahren. Technische Besonderheit des zukunftsweisenden Elektro-Löwen, ist seine Vorbereitung für künftiges Megawatt-Laden: hohe Ladeleistungen bei kurzen Ladezeiten machen den Elektro-Lkw tauglich für den schweren Fernverkehr mit Tagesreichweiten zwischen 600 und 800 Kilometern. Zusammen mit niedrigen Betriebskosten und der besten Energiebilanz bieten die batterieelektrische Fahrzeuge damit die geeignetste Technologie für künftige CO2-freie Nutzfahrzeugflotten.