Die Pkw Zukunft ist elektrisch – nur eine Frage der Zeit


Strategische Verpflichtungen der Hersteller sorgen für Klarheit über die Antriebsart der
Zukunft.

Bis 2027 Elektroanteil bei mindestens 21 %, bis 2030 bei 56 % und bis 2035 bei 80 %.

Elektrifizierung wird von AutoAbos und neuen „elektroonly“ Herstellern befeuert.

Die Frage nach der Technologie der Zukunft

Wenn es um die Frage geht, welche Antriebsart sich bei Pkw in der Zukunft durchsetzen wird, so
gehen die Meinungen häufig auseinander. Neben Elektro (BEV) glauben die einen an Wasserstoff und
andere an Verbrenner, betrieben mit synthetischen Kraftstoffen. Diese Unsicherheit verlangsamt die
Adaption CO2neutraler Antriebe. Doch wenn es nach den Plänen der Europäischen Union geht, so
sollen ab 2035 nur noch CO2neutrale Neuwagen zugelassen werden. In der aktuellen Fassung des
Beschlusses wären damit Elektro und Wasserstoff möglich, um EFuels wird noch gerungen.

Von Januar bis Mai 2022 belief sich der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge an Neuzulassungen in
Europa (EU 28 + CH, IS, NO) auf 11,3 Prozent. In progressiveren Märkten ist er allerdings auch schon
deutlich höher, wie beispielsweise in den Niederlanden (18,0 %), Schweden (26,7 %) oder dem
absoluten Spitzenreiter Norwegen (79,2 %).

100 Prozent BEV in der Zukunft?
Für die Beantwortung der Frage, ob Elektroautos die Zukunft sind, sind die Planungen der
Fahrzeughersteller ein wichtiger Indikator. Fast alle Marken haben bereits Pläne für die Zukunft
öffentlich kommuniziert und Zeiträume angegeben, ab denen sie ausschließlich vollelektrische
Fahrzeuge anbieten wollen.

So bindet sich zum Beispiel Fiat bereits ab 2027 daran, nur noch BEVs zu bauen, Mercedes ab 2030
und der volumenmäßig größte Player VW ab 2033. Die Zeit des Ausstieges unterscheidet sich also,
aber ab 2035 sind sich fast alle Hersteller einig: 100 Prozent BEV. EFuels und CO2neutraler
Wasserstoff werden unserer Ansicht nach bei den Pkw kaum eine Rolle spielen, da verfügbare
Mengen eher für industrielle Zwecke und große Maschinen wie beispielsweise Flugzeuge benötigt
werden.

Projektion gibt eindeutiges Ergebnis: >80 Prozent Elektro 2035
Dataforce hat die geplanten VerbrennerAusstiege der Hersteller zusammengetragen. Die Summe der
Marktanteile dieser Hersteller ergibt eine Hochrechnung für die BEV Anteile in Europa. Berücksichtigt
wurden nur Hersteller, die sich auf 100 Prozent BEV festgelegt haben. Da die anderen Marken aber
auch nicht untätig bleiben, wird die tatsächliche Entwicklung sogar noch höher ausfallen.

Bei der Hochrechnung kommt heraus, dass es drei Zeitpunkte gibt, zu denen besonders viele
Hersteller aussteigen wollen, nämlich 2027, 2030 und 2035. Für 2027 ergibt die Hochrechnung einen
BEV Anteil von mindestens 21 Prozent. 2030 geht die Entwicklung deutlich schneller mit bereits 56
Prozent und 2035 werden mindestens 80 Prozent erreicht.

Allerdings muss im Hinterkopf behalten werden, dass geopolitische Einflüsse die Entwicklung
verzögern können, falls etwa die verfügbaren Mengen für Lithium, Kobalt und Nickel fehlen, welche für
den Bau von Batterien benötigt werden. Ebenfalls muss eine ausreichende Ladeinfrastruktur zur
Verfügung stehen.

Aktuelle Dataforce Studie: Kunden denken über alternative Antriebe nach
Von Seiten der privaten Kunden gibt auch die neue EMobility Studie Aufschluss über die
Zukunftschancen von BEVs. In den EU 5 Ländern halten es bereits 84 Prozent der privaten Kunden
zumindest für möglich, auf ein BEV zu wechseln. Dabei sind sich 25 Prozent sogar sicher und für
ganze 34 Prozent ist es wahrscheinlich. Laut der Studie stehen die Chancen also nicht schlecht, dass
die ElektroStrategie der Hersteller aufgehen wird.

Elektro StartUps und AutoAbos hilfreich für die Entwicklung
Für eine rein elektrische Zukunft spricht ebenfalls, dass vermehrt neue Autohersteller auf den Markt
drängen, die sich ausschließlich auf BEVs fokussieren. Der prominenteste Fall ist mit Tesla wohl auch
der erfolgreichste. Allerdings konnten auch Polestar und MG erfolgreich Marktanteile gewinnen. In der

Zukunft erwarten wir noch spannende Entwicklungen von Marken wie Nio, Lucid, Xpeng oder Rivian.
Allgemein gilt, dass ebenfalls noch einige asiatische Hersteller auf den europäischen Markt kommen
wollen.

In Norwegen testen viele der neuen ElektroMarken bereits ihre Fahrzeuge, da dort die
Rahmenbedingungen aufgrund der hohen ElektroDurchdringung am vorteilhaftesten sind. Neben
Tesla und Polestar sehen wir dort also auch schon Modelle von Hongqi, BYD, MG, Xpeng, Maxus,
Seres, Skywell, Jac oder Nio. Zusammen machen die Newcomer bereits einen Anteil am
Gesamtmarkt von 18,7 Prozent aus.

Auch der zunehmende Trend der AutoAbos wird die Entwicklung noch weiter verstärken.
Verbraucher nutzen die flexiblen Mietangebote dafür, um ein Elektroauto selbst einmal im Alltag
auszuprobieren. Damit können sie die Risiken der neuen Technologie minimieren und sich selbst ein
Bild machen.