Q2 2022: Vitesco Technologies meldet weiterhin starken Auftragseingang bei Elektrifizierungsprodukten

  • Quartalsumsatz liegt bei 2,17 Milliarden Euro (Q2 2021: 2,09 Milliarden Euro); im gesamten ersten Halbjahr 2022 konnte ein Umsatz von 4,42 Milliarden Euro erzielt werden (H1 2021: 4,40 Milliarden Euro)
  • Bereinigtes EBIT Q2 2022: 32,9 Millionen Euro (Q2 2021: 64,7 Millionen Euro) bei einer bereinigten EBIT-Marge von 1,5 Prozent (Q2 2021: 3,1 Prozent); für das erste Halbjahr belief sich das bereinigte EBIT auf 78,1 Millionen Euro (H1 2021: 81,8 Millionen Euro) bei einer Marge von 1,8 Prozent (H1 2021: 1,9 Prozent)
  • Auftragseingang Q2 2022: Rund 3,7 Milliarden Euro; davon 3,0 Milliarden Euro bei Elektrifizierungsprodukten
  • Der Umsatz bei Elektrifizierungsprodukten lag im ersten Halbjahr bei 500 Millionen Euro

Vitesco Technologies, ein international führender Entwickler und Hersteller moderner Antriebstechnologien für nachhaltige Mobilität, hat heute sein Ergebnis für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2022 veröffentlicht. Das zweite Quartal konnte über den Erwartungen abgeschlossen werden – trotz der andauernden Halbleiterknappheit, den Lockdown-bedingten Produktionsausfällen in China und den Folgen des weltweiten Inflationsanstiegs. Auch der Auftragseingang bei Vitesco Technologies blieb stark.

Im vergangenen Quartal konnten Aufträge in Höhe von 3,7 Milliarden Euro verbucht werden, davon entfallen 3,0 Milliarden Euro auf den Elektrifizierungsmarkt. Der im Mai kommunizierte 1,7 Milliarden-Euro-Großauftrag für das Batteriemanagementsystem, welches Vitesco Technologies an einen globalen Kunden liefern wird, ist bereits im Auftragseingang für das zweite Quartal 2022 mit eingerechnet.

„Ein ganz besonderes Highlight ist der errungene Erfolg im Hinblick auf die Kooperationsvereinbarung mit der Renault Group. Mit dieser Partnerschaft können wir unser Wachstum im Bereich Elektrifizierung weiter stärken und gemeinsam ein auf dem Markt einzigartiges Leistungselektronikkonzept entwickeln“, so Vorstandsvorsitzender Andreas Wolf. Im Rahmen dieser Partnerschaft schließt die Renault Group gleichzeitig einen mehrjährigen Vertrag mit Vitesco Technologies über die Leistungselektronik der Hybridfahrzeuge von Renault ab. Darüber hinaus wird Vitesco Technologies an die Renault Group ab 2025 eine sogenannte ‚High Voltage Box‘, die DC/DC-Wandler und Ladegerät kombiniert, für die Elektrofahrzeuge liefern.

Weiteres solides Quartal in anspruchsvollem Marktumfeld

„Das zweite Quartal war erneut geprägt von zahlreichen Herausforderungen. Wir haben diese aber durch eine anhaltend hohe Kostendisziplin und unseren Fokus auf operative Effizienz meistern können – beispielweise konnten wir die COVID-19 bedingten Lockdowns in China gut auffangen“, so Finanzvorstand Werner Volz. „Erste erfolgreiche Preisanpassungen mit unseren Kunden hatten außerdem einen positiven Effekt auf unseren Umsatz und unser Ergebnis.“

Der Konzernumsatz lag im zweiten Quartal bei 2,17 Milliarden Euro (Q2 2021: 2,09 Milliarden Euro), damit konnte der Umsatz um knapp 3,3 Prozent gesteigert werden. Der darin enthaltene Umsatz für Elektrifizierungsprodukte betrug 235 Millionen Euro. Bereinigt um Konsolidierungskreis- und Wechselkursveränderungen verringerten sich die Umsatzerlöse um 1,4 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 32,9 Millionen Euro (Q2 2021: 64,7 Millionen Euro), was einer bereinigten EBIT-Marge von 1,5 Prozent entspricht (Q2 2021: 3,1 Prozent). Das Konzernergebnis konnte auf 36,7 Millionen Euro (Q2 2021: 0,2 Millionen Euro) beziehungsweise auf ein Ergebnis pro Aktie (EPS, Earnings Per Share) in Höhe von 0,92 Euro gesteigert werden.

Für das gesamte erste Halbjahr 2022 lag der Umsatz bei 4,42 Milliarden Euro (H1 2021: 4,40 Milliarden Euro), was einem Anstieg um 0,6 Prozent entspricht. Das bereinigte operative Ergebnis gab leicht nach um 4,5 Prozent auf 78,1 Millionen Euro (H1 2021: 81,8 Millionen Euro), die bereinigte EBIT-Marge liegt damit bei 1,8 Prozent (H1 2021: 1,9 Prozent). Das Konzernergebnis konnte allerdings deutlich verbessert werden, von -31,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2021 auf 25,4 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2022. Das Ergebnis je Aktie lag bei 0,63 Euro im ersten Halbjahr 2022.

Der Free Cashflow belief sich auf 1,6 Millionen Euro (Q2 2021: 65,7 Millionen Euro). Trotz der weiterhin angespannten Lage bei der weltweiten Halbleiterversorgung konnte noch ein positiver Free Cashflow erzielt werden. Der Vorjahreswert war zudem durch Abspaltungseffekte positiv beeinflusst. Vitesco Technologies verfügte zum 30. Juni 2022 über eine solide Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 40,4 Prozent (30. Juni 2021: 32,0 Prozent).

Nicht zuletzt aufgrund des russischen Angriffskrieges in der Ukraine haben hohe Inflationseffekte in Form von gestiegenen Energie- und Transportkosten das Gesamtergebnis des Unternehmens belastet. Die COVID-19 bedingten Lockdowns in China waren – insbesondere zu Beginn des abgelaufenen Quartals – zusätzlich eine Herausforderung für die Industrie und damit auch für Vitesco Technologies. „Der lockdownbedingte Produktionsrückgang in China im vergangenen Quartal wurde durch eine Zunahme unseres Geschäfts in Nordamerika und positive Währungseffekte aufgefangen“, so Vorstandsvorsitzender Andreas Wolf.

Entwicklung der einzelnen Geschäftseinheiten

Die Geschäftseinheit Electrification Technology erzielte im zweiten Quartal 2022 einen Umsatz in Höhe von 147,0 Millionen Euro (Q2 2021: 147,2 Millionen Euro). Das bereinigte operative Ergebnis verringerte sich etwas auf -69,7 Millionen Euro (Q2 2021: -66,1 Millionen Euro), was einer bereinigten EBIT-Marge von -47,4 Prozent (Q2 2021: -44,9 Prozent) entspricht. Das Ergebnis der Geschäftseinheit Electrification Technology war weiterhin durch Mehraufwendungen aufgrund der Situation am Halbleitermarkt und aufgrund der Anstiege der Materialpreise beeinflusst. Die Nachfrage im Bereich Hochvolt-Elektroantriebe und Leistungselektronik bleibt weiterhin hoch, dies zeigt sich besonders im starken Auftragseingang. Der Geschäftsbereich Electrification Technology konnte im zweiten Quartal Aufträge im Wert von 2,3 Milliarden Euro verbuchen.

In der Geschäftseinheit Electronic Controls konnte der Umsatz im zweiten Quartal 2022 auf 922,2 Millionen Euro (Q2 2021: 888,9 Millionen Euro) gesteigert werden. Das bereinigte operative Ergebnis belief sich auf 19,7 Millionen Euro (Q2 2021: 50,7 Millionen Euro), was einer bereinigten EBIT-Marge von 2,1 Prozent (Q2 2021: 5,8 Prozent) entspricht. Mehraufwendungen aufgrund der Situation am Halbleitermarkt und aufgrund der Anstiege der Materialpreise waren auch in diesem Geschäftsbereich notwendig und haben das Ergebnis belastet. Positive Effekte waren hauptsächlich durch eine starke Entwicklung bei den Kerntechnologien, insbesondere in Deutschland und Nordamerika, zu spüren.

Bei der Geschäftseinheit Sensing & Actuation beliefen sich die Umsätze im zweiten Quartal 2022 auf 844,4 Millionen Euro (Q2 2021: 807,9 Millionen Euro). Das bereinigte operative Ergebnis belief sich auf 84,1 Millionen Euro (Q2 2021: 71,2 Millionen Euro), entsprechend einer bereinigten EBIT-Marge von 10,0 Prozent (Q2 2021: 8,9 Prozent). Auch in diesem Geschäftsbereich zeigten sich die Auswirkungen der Halbleiterknappheit, insbesondere durch höhere Materialpreise. Die gute Nachfrageentwicklung in Deutschland und Nordamerika trug zur Ergebnisverbesserung bei.

Erwartungen für das Gesamtjahr 2022

Die Aussicht des Unternehmens für das Gesamtjahr 2022 bleibt unverändert: Vitesco Technologies rechnet für das Gesamtjahr 2022 mit einem Umsatz von 8,6 bis 9,1 Milliarden Euro. Zugleich geht das Unternehmen davon aus, dass die bereinigte EBIT-Marge bei 2,2 bis 2,7 Prozent liegen wird. Für 2022 wird mit einem Free Cashflow von mehr als 50 Millionen Euro gerechnet. Die Gründe, die dazu führten, dass trotz reduzierter Zahlen der Fahrzeugproduktion keine Anpassung des Ausblicks auf die Geschäftsentwicklung vorgenommen wurde, sind insbesondere unterstützende Wechselkursentwicklungen, vereinbarte Preisanpassungen sowie die weiterhin erwartete Verbesserung der Halbleiterverfügbarkeit im zweiten Halbjahr.

Aufgrund der andauernden volatilen weltweiten Entwicklungen wie dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine, COVID-19 bedingten Produktionsanpassungen sowie der Entwicklung der Energieversorgung bleibt der Ausblick mit starken Unsicherheiten behaftet.