Kyocera entwickelt das weltweit erste Nachtsichtsystem für Fahrzeuge mit weißen und Nahinfrarot-Lichtdioden in einem einzigen GaN-Lasergerät

Die Lösung kombiniert RGB-NIR-Sensoren und eine firmeneigene KI-Technologie zur Bildfusionserkennung für mehr Sicherheit beim Fahren und eine bessere Sicht bei Nacht und schlechtem Wetter. 

Die KYOCERA Corporation hat ein Nachtsichtsystem für Fahrzeuge entwickelt, das Objekte, die eine Kollisionsgefahr darstellen, auch unter schlechten Sicht­verhält­nissen, wie z. B. bei Nacht, Regen, Schnee, Nebel oder Rauch, genau erkennen kann. Das System soll helfen, die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern, und die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. 

Kyoceras Nachtsichtsystem für Fahrzeuge verfügt über den weltweit ersten Scheinwerfer, der sowohl weißes (RGB) als auch Nahinfrarot-Licht (NIR) auf derselben optischen Achse aus­senden kann. Dies ermöglicht eine genauere Objekterkennung als bei alternativen Technologien. Das System integriert RGB-NIR-Sensoren und eine einzigartige „Bildfusions-KI-Erkennungs­technologie“, die das Unternehmen für die hochleistungsfähige Objekterkennung entwickelt hat. Darüber hinaus hat Kyocera eine weitere generative KI-Funktion entwickelt, um Trainingsdaten für eine kosteneffizientere Lern- und Produktentwicklung zu erstellen.

Video: Vorstellung von Kyoceras neuem Nachtsichtsystem für Fahrzeuge

Das Unternehmen hat ein Video veröffentlicht, um bessere Einblicke in das neue Nacht­sicht­system für Fahrzeuge zu bieten. Über den folgenden Link zeigt das Video weitere Informationen zu diesem System: https://www.youtube.com/watch?v=q3Am3wZJXpE

Entwicklungskontext

Um die Zahl der Verkehrsunfälle zu verringern und autonomes Fahren zu fördern, benötigen Automobilhersteller fortschrittlichere Systeme zur Gefahrenerkennung. Der Weltmarkt für Kraft­fahrzeug-Nachtsichtsysteme wurde für das Jahr 2020 auf etwa 2,172 Milliarden Dollar geschätzt. Darüber hinaus wird für den Markt von 2020 bis 2027 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von mehr als 16,5%3 erwartet. Das neue Nachtsichtsystem von Kyocera wird dazu beitragen, Verkehrsunfälle zu vermeiden, indem es Autofahrer in ungünstigen Fahr­umgebungen auf Gefahren hinweist. Dies stellt einen Vorteil dar, der allein durch die innovative Integration von sichtbaren sowie Nahinfrarot-Bildern mithilfe einer proprietären KI-Technologie für die Bild­fusions­erkennung ermöglicht wird.

Systemeigenschaften und Hintergrund

  1. Laserscheinwerfer integriert weißes und Nahinfrarotlicht auf derselben optischen Achse

Das System von Kyocera integriert sowohl weißes als auch Nahinfrarotlicht aus einem Laserscheinwerfer auf einer einzigen optischen Achse. Dies eliminiert die Bildparallaxe und verbessert die Bilderkennung erheblich. Der integrierte Scheinwerfer enthält außerdem einen extrem hellen, hocheffizienten, miniaturisierten GaN-Laser, der von KYOCERA SLD Laser, Inc. entwickelt wurde. Darüber hinaus verfügt das System über eine automatische „Strahlformungsfunktion“ für das RGB- und NIR-Licht. Sie verhindert das Blenden entgegenkommender Fahrer, indem das sichtbare Licht bei Bedarf automatisch in einen Abblendlichtwinkel umgeschaltet wird, während das NIR-Licht im Fernlichtmodus verbleiben kann.

  1. Genauere Objekterkennung durch den Einsatz der proprietären Kyocera-KI-Technologie zur Bildfusionserkennung

Der fahrzeugmontierte RGB-NIR-Sensor von Kyocera nutzt die von den Kyocera Advanced Technology Laboratories entwickelte Original-KI-Technologie zur Bildfusions­erkennung. 4 Anstatt die Bilddaten aus den beiden Quellen einfach zu kombinieren, nutzt Kyoceras System qualitative KI, um sowohl RGB- als auch NIR-Bilder zu vergleichen und zu bewerten und so selbst bei schlechten Sichtverhältnissen mit hoher Genauigkeit zwischen Fußgängern und Fahrzeugen zu unterscheiden.

  1. KI ermöglicht eine deutliche Senkung der Entwicklungskosten bei gleichzeitiger Verbesserung der Erkennungsleistung

Herkömmliche Methoden erfordern das Sammeln großer Mengen von NIR-Trainings­daten. Dies stellt einen zeit- und kostenintensiven Prozess dar. Die KI-Technologie von Kyocera hingegen generiert Trainingsdaten automatisch. Dadurch kann dieser Ansatz die Trainingskosten erheblich reduzieren und gleichzeitig eine hohe Erkennungsgenauigkeit gewährleisten.

Künftige Entwicklungen

Kyocera wird die Forschung und Entwicklung für dieses System fortsetzen und strebt die Markt­einführung nach 2027 an. Kyocera wird auch einen Beitrag für mehr Sicherheit im Verkehrssektor leisten, u. a. durch Technologien für die Verkehrsüberwachung wie z. B. intelligente straßen­seitige Infrastruktureinheiten (RSUs) und andere Geräte. Zudem wird das Unternehmen die Weiterentwicklung seiner Technologien für andere Anwendungsgebiete, von der Nachtsicherheit bis hin zu Liefer­systemen, vorantreiben.