ZF stellt Smart Camera 6 für automatisiertes Fahren und ADAS-Systeme vor

  • CES-Weltpremiere: ZF präsentiert mit Smart Camera 6 die nächste Generation seiner erfolgreichen Frontkamera
  • Der führende Anbieter von Frontkameras fusioniert Kamera- und Radardaten mit seinen Image Processing Modul-Systemen und bietet damit eine detaillierte Szenen- und Objekterkennung
  • Umfangreiches ZF Sensorset für automatisierte Fahrfunktionen ermöglicht skalierbare ADAS- und AD-Systeme

Farmington Hills, Michigan, USA. Der weltweit führende Hersteller von Automotive-Kameras hat auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas / Nevada mit der Smart Camera 6 seine nächste Kamerageneration vorgestellt. Die Technologie ist ein wichtiger Baustein bei der Entwicklung automatisierter Fahr- und Sicherheitssysteme. ZF führt verschiedene Sensordaten in seinem Image Processing Module (IPM) zusammen, eine kompakte, modulare und flexible Steuereinheit mit Fokus auf die Verarbeitung von Kamera- und weiteren Sensordaten. Die Fusion von bis zu 12 Kamerasignalen ermöglicht so unter anderem eine detaillierte 3D-Fahrzeug-Rundumsicht und das Erkennen und Bewältigen komplexer Verkehrssituationen.  

Um fortschrittliche Assistenzsysteme (ADAS) und nicht zuletzt autonomes Fahren (AD) zu realisieren, sind Kameras unverzichtbar. Sie liefern wichtige Information, um Fahrspuren, Ampeln, Verkehrszeichen und natürlich verschiedenste Arten von Objekten auf oder neben der Straße zu identifizieren. Kameras erkennen außerdem sehr gut Bewegungen quer zur Fahrtrichtung. Die Smart Camera 6 bietet daher ideale technische Voraussetzungen, um zahlreiche ADAS-Systeme zu unterstützen: Neben einer höheren Rechenleistung verfügt die Smart Camera 6 mit 8 Megapixeln auch über eine mehr als vierfach höhere Bildauflösung im Vergleich zu ihrem Vorgängermodell, der Smart Camera 4.8. Gleichzeitig steigt das horizontale Sichtfeld von 100 auf 120 Grad. Das hilft vor allem im Stadtverkehr oder in engen Kurven, entgegenkommende oder kreuzende Objekte frühestmöglich identifizieren zu können.

Smart Camera 6 unterstützt automatisierte Fahrfunktionen
Für die Smart Camera 6 nutzt ZF die neueste EyeQ6-Prozessor-Generation von seinem langjährigen Partner und Lieferanten Mobileye, mit dem der Technologiekonzern bereits seit 2008 zusammenarbeitet.  System-Upgrades, wie beispielsweise zur Leistungsverbesserung oder zur Aktivierung neuer Funktionen, sind bei der Smart Camera 6 über Over-the-Air-Updates möglich. Das Modell sorgt damit für eine noch bessere Unterstützung automatisierter Fahrfunktionen und hilft Fahrzeugherstellern, Sicherheitsvorschriften wie GSR2 („Verordnung zur allgemeinen Sicherheit“ der Europäischen Union) zu erfüllen und bei Sicherheitstests – wie beispielsweise von Euro NCAP (5 Sterne) – Bestnoten zu erhalten. Die Smart Camera 6 unterstützt darüber hinaus Systemarchitekturen, die internationale Automotive-Grade-Anforderungen wie die funktionalen Sicherheitskriterien gemäß ASIL-B erfüllen.

Eine umfassende Sensorik ist die Voraussetzung für autonome Fahrfunktionen von morgen. Damit ein Fahrzeug sich eigenständig fortbewegen kann, muss es zunächst seine Umgebung vollständig und zuverlässig erkennen und in Daten abbilden. Dies gelingt durch die Fusion verschiedenster Sensordaten. Um die Sensorinformationen zu einem eindeutigen Bild zusammenzufügen, ist ausreichend Rechenpower in Echtzeit nötig. Neben dem Supercomputer ZF ProAI hat ZF auch ein Steuergerät im Portfolio, das insbesondere für die Fusion für Kameradaten geeignet ist: das Image Processing Modul 6 (IPM 6). Die kompakte, modulare und flexible Steuereinheit nutzt ebenfalls einen EyeQ6-Prozessor und ist die Lösung auf die steigende Nachfrage fortgeschrittener Fahr- und Komfortfunktionen, die künftig in zunehmend zentralisierten E/E-Architekturen mit weniger, aber dafür leistungsstärkeren Steuergeräten realisiert werden. Als skalierbares Modul bietet das IPM 6 bis zu zwölf Eingänge für Kameras sowie mehrere Eingänge für Radar-, Ultraschall- oder Lidar-Sensoren. Es reduziert damit die Anzahl an Steuergeräten für ADAS- und AD-Funktionen – und in der Folge auch die Komplexität im Fahrzeug, was den Montageprozess vereinfacht.

Smart Camera 6 und Image Processing Modul 6: Produktionsstart 2025
Das Image Processing Module unterstützt dank der Fusion von Kamera- und Radardaten eine Vielzahl fortgeschrittener Assistenzfunktionen von Level 2, Level 2+ und Level 3 – darunter adaptive Abstands- und Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent, automatischer Notbremsassistent oder das automatisierte Einparken. „Egal ob automatischer Notbremsassistent für erhöhte Sicherheit oder Highway Driving Assist für ein Mehr an Komfort – mit unseren Technologien können wir unsere Kunden eine enorme Bandbreite unterschiedlichster kamera- und radarbasierter Funktionen anbieten. Darüber hinaus liefern wir auch Systeme, die komplexere Fahrfunktionen ermöglichen und daher Steuereinheiten mit mehreren Sensoreingänge benötigen“, sagt Jana Rosenmann, Leiterin der ZF-Division Elektronik und Advanced Driver Assist Systems. „Unser Image Processing Module kann so konfiguriert werden, dass es diverse Kamera-, Radar- und Ultraschall-Sensoren unterstützt und somit die spezifischen Anforderungen unserer Kunden erfüllen kann.“

Der offene, modulare und skalierbare Systemansatz erleichtert auch die Softwarekonfiguration und Validierung auf Fahrzeugebene. Das IPM 6 ist AUTOSAR 4.x-konform (AUTomotive Open System ARchitecture), geschützt vor Cyberangriffen und nutzt Ethernet-/CAN-Schnittstellen. Die Produktion der Smart Camera 6 und des IPM 6 startet 2025.

ZF ist führender Anbieter von Technologien für automatisiertes Fahren – von Level 2 und Level 2+ Systemen bis hin zu automatisierten und autonomen Transportsystemen. Der Technologiekonzern beliefert weltweit mehr als ein Dutzend Fahrzeughersteller mit fortschrittlichen ADAS-Sensortechnologien, darunter Frontkameras sowie moderne Bildgebungs- und Satellitenradarsysteme. Das Sensorportfolio von ZF ermöglicht es somit Automobilherstellern, Kunden fortschrittlichste Komfortfunktionen im Pkw-Bereich zur Verfügung zu stellen – wie zum Beispiel der Autobahn- oder der Stauassistent – und die Fahrzeugsicherheit zu verbessern.