Vorgezogene Käufe aufgrund des geringeren Umweltbonus sorgen für Elektro-Rekord


Starker Dezember dreht GesamtjahresErgebnis ins Plus.

Rekord für BEV und PHEV Zulassungen. Historisch niedrigster Marktanteil für Verbrenner.

Rund 41.000 vorgezogene Zulassungen, davon die meisten im Privat und Flottenmarkt.

Gesamtjahresplus auf den letzten Metern

Der deutsche PkwMarkt ist im Dezember um stattliche 38,1 Prozent gewachsen. Mit 314.318
Neuzulassungen lag das diesjährige Ergebnis somit um 86.688 Autos höher als letztes Jahr. Auch auf
das Gesamtjahr gesehen hatte der Dezember noch einen signifikanten Einfluss. Durch den Endspurt
schaffte es der Markt im letzten Monat noch ins Plus zu drehen und insgesamt 1,1 Prozent zuzulegen.
Dies ist ebenfalls das Resultat einer mehrmonatigen JahresendspurtRallye. Der Dezember war
bereits seit August der fünfte Monat in Folge mit positiven Wachstumsraten für den Gesamtmarkt.

Erneut erwies sich der Relevante Flottenmarkt als Garant für Wachstum. Mit +50,7 Prozent war der
Kanal stärker als der Privatmarkt mit +32,8 Prozent. Noch stärker allerdings wuchsen die Zulassungen
der Vermieter mit +85,6, die weiterhin damit beschäftigt sind ihre Flotten aufzustocken.

Der Fahrzeughandel legte ebenfalls um +28,6 Prozent zu, während der Fahrzeugbau als einziger
Kanal nachgab (28,8 Prozent).

ElektroRekord für BEVs und PlugIn Hybride

Für die sehr guten Zahlen zum Ende des Jahres sind vor allem Vorzieheffekte verantwortlich. Durch
die Reduzierung des Umweltbonus von 6.000€ auf 4.500€ Bundesanteil für Elektroautos und den
Wegfall der Prämie für PlugIn Hybride gaben die Hersteller alles, um ihre Steckerfahrzeuge noch 2022 zum Kunden zu bringen.
BEVs und PHEVs kamen zusammen auf einen RekordMarktanteil von jeweils 33,2 Prozent und 22,2
Prozent. Somit liegen beide Kraftstoffarten zusammen bei über 55,4 Prozent. Betrachtet man das
Gesamtjahr, so kommt man im Schnitt auf Marktanteile von 16,9 Prozent für BEVs und 13,2 Prozent
für PHEVs.

Im Privatmarkt war der Anteil von BEVs mit 44,3 Prozent besonders hoch, während PHEVs ein wenig
schwächelten (16,2 Prozent). Umgekehrt sah es im Relevanten Flottenmarkt aus. Dort erreichten die
elektrifizierten Verbrenner mit 26,0 Prozent nahezu den gleichen Anteil wie den der vollelektrischen
Fahrzeuge (30,4 Prozent).

Rekordmarktwerte für Elektro bedeuten meist zugleich Tiefstwerte für Verbrenner. Sowohl Benziner
als auch Diesel (beide inkl. Hybride) sahen im Dezember ihren historisch geringsten Marktanteil.
Zusammen kamen beide auf lediglich 44,2 Prozent.

Rund 41.000 vorgezogene Fahrzeuge

Durch die erwähnten Änderungen in der Förderung von elektrifizierten Fahrzeugen ergaben sich
aufgeblähte Zulassungszahlen für den letzten Monat des Jahres. Vergleicht man die Dezember
Zahlen 2022 mit dem Dezember Durchschnitt der VorCoronaJahre (20162019) so kommt man auf
eine Steigerung von 52 Prozent im Flottenmarkt und 28 Prozent im Privatmarkt. Wenn man sich
allerdings die kumulierten Jahreswerte anschaut, so kommt man lediglich auf +1 Prozent und sogar
22 Prozent für die beiden Kanäle im Vergleich zu 20162019.

Wenn wir uns die Höhe der Sondereffekte nach Kanälen anschauen, so fällt auf, dass sie besonders
im Flottenmarkt und Privatmarkt viele außerplanmäßige Zulassungen vorkamen. Dies passt auch zu
den verzerrten Zahlen im Vergleich zu historischen Mittelwerten. In Flotte schätzt Dataforce 14.599
und im Privatmarkt 19.098 Sonderzulassungen. Die vorgezogenen Zulassungen von elektrifizierten
Fahrzeugen werden aller Voraussicht nach im ersten Quartal 2023 fehlen.

Flottenmarkt trägt Wachstum im Transportermarkt

 

Die leichten Nutzfahrzeuge und PkwUtilities konnten im Dezember genauso wie der PkwMarkt
zulegen. Dabei bedeuteten 41.428 Neuzulassungen ein Plus von 20,4 Prozent gegenüber Dezember
2021. Im Gegensatz zum PkwMarkt schafften es die Transporter allerdings nicht das Jahr positiv
abzuschließen. Kumuliert ergab sich für 2022 ein Minus von 9,1 Prozent.

Das Wachstum in Dezember wurde vor allem vom Relevanten Flottenmarkt getragen. Mit +30,8
Prozent sorgte dieser dafür, dass das Minus im Privatmarkt von 5,0 Prozent mehr als ausgeglichen
wurde. Bei den Sondereinflüssen lag nur der Fahrzeughandel mit +33,9 Prozent im Plus.
Fahrzeugbau und der Vermieter Kanal büßten beide leicht ein (1,2 Prozent & 4,0 Prozent).