Komplett auf Nachhaltigkeit getrimmt

– Leichtmetallgießerei des BMW Group Werks Landshut erhält erneut Zertifizierung der Aluminium Stewardship Initiative (ASI)

– Solar-Aluminium deckt mehr als ein Drittel des Jahresbedarfs der Leichtmetallgießerei ab

– Knapp zwei Drittel des verwendeten Aluminiums aus Recycling-Kreislauf

Landshut. Die Leichtmetallgießerei der BMW Group in Landshut ist erneut von unabhängiger Seite für den nachhaltigen Einsatz von Aluminium zertifiziert worden: Sie erfüllt die Standards der Aluminium Stewardship Initiative (ASI), einer internationalen gemeinnützigen Organisation, die von Umwelt- und Industrieverbänden, Aluminiumproduzenten sowie verarbeitenden Unternehmen getragen wird. Die ASI hat Nachhaltigkeitskriterien für eine ökologisch und sozial verantwortungsvolle Aluminium-Wertschöpfungskette definiert.

„Eine nachhaltige Rohstoffgewinnung sowie der bewusste Umgang mit Werkstoffen spielen für unsere hauseigene Komponentenfertigung ebenso wie für unser weltweites Lieferantennetzwerk eine zentrale Rolle“, sagt Dr. Joachim Post, Vorstand der BMW AG für Einkauf und Lieferantennetzwerk. „Mit dem Bezug von Aluminium für die hauseigene Komponentenfertigung, für dessen Herstellung Strom aus Sonnenenergie zum Einsatz kommt, senken wir die CO2-Emissionen signifikant. Ein weiterer Schlüssel zur Reduktion der Emissionen und Schonung der natürlichen Ressourcen liegt in der Kreislaufwirtschaft. Perspektivisch sollen unsere Neufahrzeuge zur Hälfte aus Sekundärrohstoffen bestehen.“

Solar-Aluminium deckt mehr als ein Drittel des Jahresbedarfs
Die Leichtmetallgießerei in Landshut ist die einzige Fertigungsstätte für Leichtmetallguss der BMW Group europaweit. Sie zählt zu den modernsten und nachhaltigsten Gießereien weltweit. Beim Gießen werden – durch den Einsatz anorganischer Sandkerne – so gut wie keine Emissionen freigesetzt. Seit 2021 bezieht die Leichtmetallgießerei Aluminium, für dessen Herstellung Strom aus Sonnenenergie zum Einsatz kommt. Da die Herstellung von Aluminium sehr energieintensiv ist, hat der Einsatz von Grünstrom – wie beispielsweise Solarstrom – erhebliches Potenzial bei der Reduktion der CO2-Emissionen. Mit mehreren zehntausend Tonnen deckt das Solar-Aluminium mehr als ein Drittel des jährlichen Bedarfs der Leichtmetallgießerei im Werk Landshut ab.

CO2-optimierter Recycling-Kreislauf mit Gießerei-eigenem Closed Loop

Aluminium nimmt – neben Stahl – unter den in BMW Group Fahrzeugen eingesetzten Werkstoffen den größten Gewichtsanteil ein. Rund zwei Drittel des in Landshut verwendeten Aluminiums stammen aus einem Recycling-Kreislauf, davon wiederum knapp zwei Drittel aus einem Gießerei-eigenen Closed Loop. So reduziert die BMW Group bewusst den Einsatz von CO2-intensiverem Primäraluminium zugunsten eines CO2-optimierten Recycling-Kreislaufs. Bei der Herstellung kommt ebenfalls Grünstrom zum Einsatz.

Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Werkstoff Aluminium hat bei der BMW Group Tradition. Seit mehr als zehn Jahren setzt die Leichtmetallgießerei zusammen mit lokalen Aufbereitern einen Recycling-Kreislauf für Produktionsschrotte aus dem Gießereiprozess um. Entscheidend dafür ist die sortenreine Trennung von Aluminiumreststoffen. An allen Gießanlagen sowie an den mechanischen Bearbeitungsstationen werden Reststoffe sortenrein gesammelt, damit sich die Materialien mit ihren individuellen Zusammensetzungen nicht vermischen. So lässt sich der Aluminiumabfall nach der Aufbereitung für die Herstellung der gleichen Bauteile wiederverwenden.

„Die BMW Group hat die Aluminium Stewardship Initiative von Anfang an unterstützt“, sagt Dr. Stefan Kasperowski, Leiter des BMW Group Werks Landshut und der Leichtmetallgießerei, dem größten Produktionsbereich des niederbayerischen Komponentenwerks. „Wir sind uns unserer Verantwortung vollumfänglich bewusst und legen Wert auf die nachhaltige Gewinnung der Rohstoffe für unsere Produktion.“

Vergangenes Jahr fertigten die Mitarbeiter der Leichtmetallgießerei rund 3,3 Millionen Gusskomponenten mit einem Gesamtgewicht von mehr als 73.000 Tonnen. Zum Produktionsumfang zählen Motorkomponenten wie Zylinderköpfe und Kurbelgehäuse, Komponenten für elektrische Antriebe und großflächige Strukturbauteile für die Fahrzeugkarosserie.
Die Verantwortung der BMW Group erstreckt sich über das Recycling hinaus auch auf das eingesetzte Aluminium. Dem Unternehmen ist es wichtig, unter welchen Bedingungen der Rohstoff Bauxit in Ländern wie Australien, Brasilien und Guinea im Tagebau gewonnen und weiterverarbeitet wird.

Die BMW Group ist darüber hinaus mit Aluminiumlieferanten und Recyclingpartnern im direkten Austausch, um die ASI-Zertifizierung sukzessive auf den gesamten Wertstoffkreislauf auszudehnen – beginnend bei den Förderminen.

Die Leichtmetallgießerei wurde bereits zum zweites Mal nach dem Nachhaltigkeitsstandard (Performance Standard) der ASI zertifiziert: Die Prüfkriterien fordern sowohl Nachweise zur Materialverantwortung, wie eine ganzheitliche Lebenszyklusanalyse für die eigenen Produkte und eine umfassende Recyclingstrategie, als auch die Einhaltung von Standards im Kontext der Transparenz, des übergeordneten Managements und der Unternehmensintegrität. Die erste erfolgreiche Zertifizierung nach dem Kriterium der Materialverantwortung (‚Material Stewardship‘) erfolgte im Dezember 2019.